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Das Theater im Rathaus in Essen präsentiert die tolle Komödie „Der Vorname“ von Alexandre de la Patelliere und Matthieu Delaporte. Darf man sein Kind nach einem ehemaligen, deutschen-österreichischen Diktator benennen? Das Stück überzeugt mit seinem hohen Tempo und durch gute Dialoge. Es soll ein harmonisches Familientreffen bei Elisabeth (Alexandra Kamp) und Peer (Christian Nickel) werden. Zu Besuch kommen ihr Bruder Vincent (Pascal Breuer) mit Anna (Mia Geese) sowie Ziehsohn Claus (Sebastian Goder). Anna ist schwanger. Wie soll der Sprössling heißen? Neugierige Fragen stehen im Raum. Vincent wird quasi genötigt, einen Namen zu nennen. Es ist „Adolph“ mit ph. Was die Anwesenden erst für einen Scherz halten, soll die bittere Wahrheit sein. Besonders Peer, Professor für deutsche Sprache, hat da eine ganz klare Meinung. Er, der seinen Kinder Namen aus der griechischen Mythologie gegeben hat, ist erzürnt. Auch der Rest ist wenig begeistert. Vincent, der gerne im Mittelpunkt steht und auch provokant seine Spielchen mit anderen treibt, genießt die Diskussion. Warum darf ein Kind Josef heißen, auch ein wichtiger Nazi oder der Vorname von Stalin? Was ist mit Vornamen von bekannten Terroristen oder Mördern? Die Geschichte öffnet sich aber, als die Namensgebung geklärt ist. Jetzt kommen die ganzen anderen Familienthemen auf den Tisch. Wer ist Egoist, Geizkragen oder angeblich eine Schwuppe? Das Gerede hinter dem Rücken wird nun offenbart. Es sind sehr diskussionsfreudige Figuren, drei Kampfhähne verschiedenartiger Natur, der Besserwisser-Professor, der sensible Musiker mit dem kleinen-großen Geheimnis und eben Vincent, der keine Diskussion scheut und rhetorisch zu glänzen weiß. Ihm wird auch hellbraunes Gedankengut nachgesagt, was aber nicht weiter thematisiert wird. Elisabeth bereitet in der Küche das Essen vor, für das ihr keiner dankt. Anna steht verständnislos zwischen den Kampfhähnen und ist sauer auf ihren Vincent, der sich unmöglich benimmt. „Ich versuche dich seit einer Stunde nicht zu hassen und es fällt mir immer schwerer.“ Franziska taucht als Mutter von Elisabeth und Vincent per Telefon immer mal wieder auf, später sogar in doppelter Funktion. Als Finale bekommt man eine Brandrede von Elisabeth zu hören, die allen Männern mal so richtig den Kopf wäscht. „Der Vorname“ ist eine gelungene Gesellschafts-Satire und Komödie zugleich. Was ist privat? Was ist ein Egoist? Es gab sogar einen Mord im Gartenteich. Wer darf wen lieben? Muss man alles erzählen? Wer als Mann nicht in einer Beziehung ist und nicht ständig Liebschaften hat, der muss schwul sein, ein abstruses Verhör und eine turbulente Handlung. Gesellschaftliches Denken mit völlig überholten Moralvorstellungen ist heute noch immer sehr rückwärtsgewandt und nicht selten. Aus diesem Grund ist dieses humorvolle Stück ein sehr gutes Abbild, was hinter deutschen Mauern so alles passiert. Die Komödie ist als Folge der erfolgreichen, französischen Bühnenfassung zu verstehen. Der Song „Waterloo“ am Ende ist das passende, innerfamiliäre Motto des Abends. Datum: 26. März bis 17. Mai 2026 theater-im-rathaus.de |
Komödie 'Der Vorname' im Theater im Rathus in Essen, Foto: Steffen Sennewald![]() nächstes Foto |
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