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Konzert 'Not so silent night'-Tour 2023 von Sarah Connor in der Arena Oberhausen
Sarah Connor war mit ihrer „Not so silent night“-Tour 2023 zu Gast in der Arena Oberhausen. Sie präsentierte einen besinnlichen Weihnachtsabend mit diversen Songs zum Fest und war bestens aufgelegt.

Egal wie man zu Weihnachten steht und wie man es begeht, es steht vor der Tür. Die Halle war jedenfalls fast komplett gefüllt, so sehr sehnen sich die Menschen in Zeiten von viel zu vielen kriegerischen Auseinandersetzungen und nicht mehr zu ertragenden Nachrichten nach Ruhe, Besinnlichkeit und ein wenig Glanz. Glänzen konnte Sarah Connor auf der Bühne, bei der fantastische Begleitband, darunter auch ein Streichquartett. Es wurde sogar improvisiert und gejamt, man harmonierte hervorragend. Ihre eigene Präsenz war natürlich der Hauptact. Sie hat selbst vier Kinder und da ist die Weihnachtszeit genauso turbulent wie der Familienalltag sonst. Still ist ihr Heiligabend nicht. Da werden nach dem Essen die kunstvoll verpackten Geschenke in Sekunden aufgerissen. An den Feiertagen stehen zudem zahlreiche Verwandtschaftsbesuche an, nur ja keinen vergessen. Nach streng christlichen Momenten klingt auch bei ihr das Weihnachtsfest nicht. Gerne blickte sie zurück, dachte mehrfach an ihre verstorbene Oma, die sie offenbar sehr mochte.

Sarah Connor präsentierte eine breite Palette an Weihnachtsliedern, englischsprachige, traditionell deutsche und natürlich ihre eigenen vom aktuellen Weihnachtsalbum „Not so silent night“. Ihre sonstigen Hits blieben dieses Mal zuhause. Mit ihrer kraftvollen Stimme klang es mal leise und einmal sogar rockig-punkig, als würde Avril Lavigne auf der Bühne stehen. Der Titelsong ihres Albums „Not so silent night“ kommt für Fanohren ungewohnt, aber sehr gut daher. Das Publikum genoss die ruhigen Töne, swingte mit und folgte ihr auch, wenn sie zum Tanzen bat. „All I want for Christmas“ bewegte die Beine. Man kann ihr eine gewisse natürliche Autorität nicht absprechen.

Mitten im Konzert bat sie im Publikum bis zu 10jährige Kinder zu sich. Kinder sind bei typisch deutschen Weihnachtsliedern viel textsicherer als Erwachsene. Die Großen mussten ihre Fragen beim Gang durch die Reihen nach den Liedzeilen bekannter Weihnachtslieder und sogar der deutschen Nationalhymne überwiegend negativ beantworten. Bei Letzterem fühlte sich Sarah dann nicht mehr alleine. Sie kann mittlerweile darüber lächeln. Ihre klare Ansage an die Kids, die Handys bitte stecken zu lassen, überhörten allerdings einige Ü10-Kids, ganz besonders eine schlecht erzogene 12jährige. Ja, ja, Sarah kann auch richtig böse werden, vor der gesamten Halle. Die U10-Fraktion sang jedenfalls aus voller Kehle. „Was ist euer liebstes Weihnachtslied?“ Eine Grundschülerin intonierte anschließend wunderschön betont und auch gesanglich sehr gut getroffen „Stille Nacht“, sicher ein Höhepunkt des Abends.

Ein dickes Lob verdienen sich die Macher der großen und kleinen Videowalls, die sehr stimmung- und stilvoll die Halle visuell gestalteten. Die Vielfalt der Bilder wurde exzellent umgesetzt. Hingegen sollte man den vielen Besitzern kleiner Handybildschirme mit auf den Weg geben, auf die unsäglichen Filme mal zu verzichten, die Sitznachbarn nicht zu stören und das Konzert zu genießen.

Es war ein richtig nettes Familientreffen mit geschätzt knapp 10.000 Fans. Am Ende wurde auf der Bühne echtes Feuerwasser gereicht, denn es war das Bergfest der Tour. Das war sogar Sarah zu stark. Ein alkoholischer Snack von Nadine, einer jungen Dame im Publikum, die rund 260 ihrer Konzerte bereits besucht hat, war ihr doch lieber. Prost und Frohe Weihnachten.

Datum: 10. Dezember 2023

www.semmel.de

Pressefoto, Foto: Jochen Quast
Sarah Connor in Oberhausen