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Komisches Oratorium 'Monty Python’s Not the Messiah' im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen
Mit der höchst vergnüglichen Oratorienparodie „Monty Python’s Not the Messiah“ von Eric Idle und John Du Prez geht das Musiktheater im Revier (MiR) in den Endspurt zum Jahresende. Es ist ein echter Kirchmeier, ein fulminanter Abend.

Inhaltlich dreht sich alles um den Kultfilm „Das Leben des Brian”, der noch immer zahlreiche Fans hat, die auch im MiR nicht zu überhören sind. Es geht anders zu als sonst, ein ziemlich verändertes Publikum, alles viel jünger und locker drauf. Die Neue Philharmonie Westfalen spielt unter der Leitung von Mateo Peñaloza Cecconi auf der Bühne. Der Chor agiert sehr aktiv dahinter und die SolistInnen Katherine Allen, Almuth Herbst, Adam Temple-Smith, Dirk Weiler und Philipp Kranjc davor. Hinzu kommt der Schauspieler Daniel Jeroma, der sehr schön in verschiedene Rollen schlüpft, um die Geschichte inhaltlich geschickt zu verdeutlichen. Das Zusammenspiel harmonierte hervorragend. Humorvoll ritt man durch das von den Römern besetzte Judäa, in der die Volksfront Widerstand leistet, revolutioniert und niedergeschlagen, sprich gekreuzigt wird.

Es herrscht Chaos und Verzweiflung in Judäa. Die Vorherrschaft der Römer soll gebrochen werden.„Wir sind die Volksfront“ von Judäa“, hier dargestellt mit einem Vergleich zu den Republikanern in den USA, sehr nationalistisch und hinterwäldlerisch. Auch ein Mann mit einem orangen Gesicht in einem weißen Haus wird erwähnt. Hier sind sie die Ketzer, für die die weltoffenen Römer nur ganz cool das Kreuz übrig haben, bitte anstehen zur Kreuzigung. Die römischen Errungenschaften, also die Aquädukte und Thermen, so müssen die Judäer zugeben, sind doch etwas fortschrittlicher, auch wenn man sie nicht mag. Dafür ist ihre Huldigung an die schnöden Sandalen ihres Erlösers Brian, der in diese Rolle gedrängt wird, nicht zu überhören.

Moderne oder in Gelsenkirchen ortsgebundene Themen, wie Gendern oder die Bergleute mit ihrem „Glück auf“, kommen vor. Der Chor verkleidet sich zwischendurch als Kumpel oder als als blökende Schafe mit witziger Kopfbedeckung. Da hatte Carsten Kirchmeier richtig gute Einfälle. Man hat sogar Sehnsucht nach Gelsenkirchen, nach Pommes Schranke oder Stauder, nur raus aus dem verfluchten heiligen Land. Ein Dudelsack kommt plötzlich daher. Die Liebe gibt es in allen Variationen, alles ist ok, erlaubt und weltoffen. Zu beachten sind die herrlichen Übertitel mit gutem Humor, z.B. ein Stöhnen zwischen Brian (Adam Temple-Smith) und Judith (Katharine Allen) auf der Bühnen mit „XXXX...“.

Bei all den bekannten Songs ist auch „Allways look on the bright side of life“ mit dabei, auf Deutsch und Englisch. Zwischendurch gibt es Ausflüge in Gospel, Tango und Mariachi. Die Trompeter im Orchester werden zu Mexikanern mit entsprechenden Hüten. Zum Abschluss fliegt man gedanklich in die Galaxien und zur Milchstraße. Es ist ein noch immer so aktuelles Thema, das selbsternannten gottähnlichen Erlösern auf Erden die rote Karte zeigt. Sie können nur scheitern. Es gibt nur einen Gott.

Alle Akteure bieten eine sehr lebendige Performance, jede Menge Humor und gute Satire, sind stimmgewaltig und können mal raus aus der klassischen Rollenhaut. Das Publikum, egal ob ein Fan von Brian oder nicht, hat hörbar seinen Spaß an dem klassischen Klamauk. Die große Spielfreude aller Akteure macht Spaß zuzusehen. Es ist ein sehr gelungener Abend mit kreativen Einfällen, genau passend für eine schwierige Zeit. Mehr gute Laune geht kaum.

Datum: 13. Dezember 2025

musiktheater-im-revier.de

Komisches Oratorium 'Monty Python’s Not the Messiah' im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, Foto: Pedro Malinowski

Komisches Oratorium 'Monty Python’s Not the Messiah' im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen

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