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Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen präsentiert die sehenswerte Ausstellung „German Pop Art“, u. a. mit zahlreichen Werken aus der Sammlung Beck und jede Menge aktuellem Bezug. Nach der sehr erfolgreichen Lindenberg-Ausstellung, die das Museum personell hart an seine Grenzen brachte, geht es thematisch nun in die Wirtschaftswunderjahre zwischen 1965 und 1970. In diesen fünf Jahren sammelte der Rechtsanwalt Heinz Beck (1923-1988) tausende eher kleinformatige Werke deutscher Pop Art-Künstler. Er lagerte sie alle in seiner Wohnung. Im Alter übergab er sie dem Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen. Aus seiner große Sammlung sind in Oberhausen gut 100 Exemplare zu sehen, ergänzt durch Arbeiten aus dem Ludwig Forum für internationale Kunst in Aachen und 50 Werke aus der eigenen Sammlung. Es gibt unterschiedliche Ansätze und Inhalte deutscher Pop Art-Künstler in Bezug auf ihre Kollegen in den USA und Großbritannien. Die deutsche Pop Art blickt deutlich kritischer und schärfer auf die Gesellschaft und ihre Auswüchse. Oberflächlichkeit ist ihr fremd. Das Wirtschaftswunder und der Konsumrausch der 1960er irritierte manch einen Künstler. Selbst heute bekannte Stars der Kunstszene wie Sigmar Polke oder Gerhard Richter, damals noch arme Schlucker, erkannten das Potential der schnellen Mark. Sie und ihre Kollegen kannten die Stars der US-Pop Art allerdings oft nur aus Medienveröffentlichungen. Es ist kaum zu glauben, dass später so erfolgreiche Künstler einst Pop Art produzierten. Sie waren jung und brauchten das Geld. Ansonsten sind es eher weniger bekannte Namen, ausgenommen vielleicht Klaus Staeck, Wolf Vostell, Konrad Klapheck, Joseph Beuys, Hans-Peter Feldmann oder Peter Brüning. Manche schlugen nach einer kurzen Phase der Pop Art komplett andere Lebensrichtungen ein. Nicht wenige Biografien sind ziemlich unvollständig. Sie wollten sich von ihren Lehrern stilistisch abwenden, kritisierten die gesellschaftlichen Umstände, ihre alltägliche Umgebung. Marilyns waren nicht ihre Motive, aber Autos, sexuelle Darstellungen, Urlaubseindrücke, Bierdosen, Fernseher, die Wohnung, Lippenstifte, der Mond, Schuhe oder TV-Zeitschriften. Plötzlich war wieder Geld da, man konsumierte und begann das Leben zu genießen. Im Gegensatz zu ihren internationalen Kollegen wurden sie sehr politisch. Die spießige deutsche Politiklandschaft ist genauso im Fokus wie die US-Gesellschaft und ihre schon damals negativen Auswüchse. Man führte sinnlos Krieg in Vietnam, mit zahllosen Opfern auf beiden Seiten. In Deutschland musste man noch den Zweiten Weltkrieg und die Nazi-Herrschaft verarbeiten. Es war, ähnlich wie heute, eine schwierige und aufgeregte Zeit. Die amerikanische Gesellschaft wird in den Arbeiten durchaus sehr kritisch betrachtet. Deshalb ist diese Ausstellung auch so aktuell und fast schon zeitlos. Die Künstler zeigen die militärischen Auswüchse sehr deutlich und mahnen die deutsche Aufarbeitung rechter Nazi-Gewalt auf ihre Art. Wenn man bei dem Begriff Pop Art Andy Warhol oder Roy Lichtenstein im Sinn hat, so sind es in dieser Ausstellung eher die konträren Motive, die kritischen Betrachtungen, die Variante frei von Glamour und Star-Ruhm, fern von New York oder den Hollywood Hills. Diese Phase der deutschen Kunstgeschichte wird ansonsten in den Museen wenig betrachtet, ist sehenswert. Für die Ausstellung gibt es einen spannenden Soundwalk mit passenden Songs zu bestimmten Werken. Mit dabei sind z.B. Kraftwerk, Frank Zappa, The Beatles, Henry Valentino & Uschi, Nina Hagen, Heintje, Bob Dylan, Udo Jürgens, Hildegard Knef, Reinhard Mey oder Ton Steine Scherben. Begleitend ist ein schöner Ausstellungskatalog im Hirmer Verlag erschienen, der im Museumsshop erhältlich ist. Laufzeit: 25. Januar bis 3. Mai 2026 www.ludwiggalerie.de |
Ausstellung 'German Pop Art' in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Foto: Jehle![]() nächstes Foto |
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