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Messe 'boot' Düsseldorf 2026
Abseits der Motor- und Segelboote findet man auf der Messe jede Menge anderer, spannender Themen zum Lernen oder Mitmachen.

Die Nova, das Forschungsschiff des DST zu autonomen Fahren und möglicher Fernbedienbarkeit besitzt einen E-Antrieb. Man erforscht im Duisburger Hafen allerlei technische Chancen, inkl. der Lasererfassung der Umgebung. Die KI kann dabei rekombinieren, allerdings nicht kreativ sein, also das nicht Voraussehbare noch nicht beherrschen. Es ist viel Forschungsarbeit zu leisten. Hierzu passt die Firma Rhenus in Duisburg, die einen Leitstand zum Fernsteuern eines 105 m langen Binnenschiffs, mit allerlei Technik ausgerüstet, präsentiert. Man kann es aus Duisburg fernsteuern. Der verpflichtend an Bord befindliche Schiffsführer hat aber immer die Verantwortung. Da es immer schwieriger wird junge Schiffsführer zu finden, geht die Branche neue Wege.

Ein brandneues Boot der Wasserschutzpolizei Duisburg mit Standort Köln ist zu besuchen. Es ist leichter, hat stärkere Motoren und mehr Geschwindigkeit. Es gibt eine Küche und ein WC im Unterdeck, aber keine Schlafmöglichkeiten. Auf der Messe wird es von NRW-Innenmister Reul getauft. Ein Shantychor der Wasserschutzpolizei Duisburg nutzte es Kulisse für ihr schönes Konzert, alte Herren mit mittlerweile seltenen Tönen.

Die Tauchsporthalle zieht jede Menge Publikum, ist wieder ein Besuchermagnet. Hier kommt Urlaubsstimmung auf. Mermaids schwimmen hier manchmal im großen Pool. Ihre Profiflossen können durchaus 2.000 Euro kosten, optisch individuell gestaltet. Auch ihre Apnoe-Technik erfordert regelmäßiges Training im Hallenbad. Beim Tanzen unter Wasser, ebenso ohne Atemhilfe, kann man kreativ alle Körperpositionen verbiegen. Auch die Bundeswehr zeigt hier ihre Möglichkeiten. Minentaucher erreichen mit ihrer neuen Ausrüstung 84 m Tiefe, immer alleine im Einsatz. In über 60 Jahren ist im scharfen Einsatz noch nie etwas passiert. Ihr Einsatz findet hauptsächlich in der Ostsee statt, geräuschlos und amagnetisch. Vor Ort sind durchtrainierte Kampftaucher oder einfache Arbeitstaucher mit einem 13 kg schweren Helm für handwerkliche Tätigkeiten unter Wasser, z.B. Schweißen.

Klasse ist der „Love your ocean“-Stand in Halle 11, weit weg von der Luxusblase der teuren Yachten. Die Deutsche Meeresstiftung kuratiert mit Kooperationspartner diesen lehrreichen Stand. Junge Wissenschaftler erklären Problematiken sehr verständlich, die Ostsee als thematischer Mittelpunkt. Hier schwimmen Makohaie, Fuchshaie oder Katzenhaie. Sie sind wichtige, aber gefährdete Arten. Seegraswiesen gelten ebenso als wichtige Bestandteile des Ökosystems. Sie produzieren Sauerstoff, speichern Kohlendioxid, sind Habitat für diverse Tierarten und festigen den Meeresboden. Slowenische Strände sollen nun teilweise für den Tourismus gemäht und ökologisch zerstört werden. Sandstrände gelten als ökologische Wüsten. Tiere und Pflanzen der Ostsee findet man in Aquarien und unter dem Mikroskop, bzw. unter der Stereolupe, alles extrem teure Leihgaben der Firma Zeiss. Faszinierende Strukturen werden sichtbar, z.B. Kieselalgen, Seeigel, Seesterne, alles unter fachkundigen Erklärungen. Die Wissenschaft braucht Daten. Taucher sollen mit ihren Tauchcomputern Daten messen und für die Wissenschaft weitergeben. Der „Love your ocean“-Stand ist, wie die letzten Jahre schon, der am meisten spannende Stand der Messe, Biologie und Wissenschaft zum Anfassen.

Luft nach oben hat die Messe aber durchaus. Der recht langweilige XXL-Pool in Halle 17 ist wieder eine Enttäuschung. 2026 wurde das Foilen von den Messeveranstaltern erneut als Trend ausgerufen, E-Foilen folgt auf Wing-Foilen. Auf den hiesigen Binnenseen und Flüssen ist davon allerdings nichts zu sehen, weder Foil, noch Wing, noch E. Aussteller berichten von Algenproblemen auf vielen Seen, die Foilen als Freizeitsport unmöglich machen. Das Erlernen ist zudem kompliziert, braucht viel Übung und Geschick. Ohne echte Mitmachmöglichkeiten sind so kaum Surfsportanbieter in der Halle zu finden. Man sieht viele SUPs, der wahre Trend im Wasserfreizeitsport, leicht zu erlernen, günstig und unproblematisch zu praktizieren. Viele Leerzeiten am XXL-Pool versucht man mit Fachgesprächen am Beckenrand zu kompensieren. Man spürt kaum Atmosphäre. Surflegende und Weltmeister Björn Dunkerbeck alleine genügt da als Gesprächspartner nicht. Den kennen eh nur die Ü50 Besucher. Man kann sich immer noch nicht durchringen, die allseits beliebte stehende Welle, die vor ein paar Jahren noch für beste Ferienstimmung sorgte, wiedereinzuführen.

Datum: 17. Januar 2026
Laufzeit: 17. bis 25. Januar

www.boot.de

Messe 'boot' Düsseldorf 2026, Forschungsschiff Nova, Foto: Jehle

Messe 'boot' Düsseldorf 2026

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