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UNESCO-Welterbetag 2026 auf Zollverein
Viel los war beim UNESCO-Welterbetag 2026 auf Zollverein. Zur feierlichen Eröffnung des neuen Welterbe Forums kamen alle daran Beteiligten sowie zahlreiche Neugierige. Eine Buchvorstellung sowie eine Führung lieferten interessante Einblicke in die „Bau1haus“-Ausstellung in der Mischanlage.

Das UNESCO-Welterbe Zollverein umfasst 100 ha und 96 Gebäude. Da fällt die Orientierung schwer. Das neue rund 170 qm große Welterbe Forum ist der nun der Hauptanlaufpunkt für BesucherInnen. Auf acht großen Touchscreens werden Informationen zum Welterbe Zollverein übersichtlich vermittelt. Als internationale Auswahl stehen Englisch, Niederländisch, Französisch, Spanisch, Türkisch und Einfache Sprache zur Verfügung. Außerdem findet man hier ein paar symbolische Ausstellungsgegenstände, einen Shop und eine 14,5 x 1,25 m hohe LED-Leinwand mit typischen Zollverein-Motiven. Der Bauentwurf von Lindner Lohse Architekten BDA ist komplett recyclebar und kostet 2,6 Mio. Euro, davon 2 Mio. Euro Fördermittel von Bund und Land. Über dem Eingang hängt ein neues, ansprechendes Kunstwerk von zwei Studierenden der Folkwang Universität der Künste, Silviu Guiman und Konstantin Pütz, die „Himmelsadern“. Sie holen die Strebe und Flöze von Untertage und hängen sie über die Köpfe der Gäste.

Zur Eröffnung sang der RAG-Chor das Steigerlied, das durch eine moderne Version der Musikerin Marie Daniels anschließend neu interpretiert wurde. Mitglieder des Essener Jugendsinfonieorchesters spielten Händel und es gab einen Talk mit den Ehrengästen.

Auch auf dem Platz vor der Kohlenwäsche hat sich etwas getan. Endlich bekommt dieser mal eine angenehme Aufenthaltsqualität, wo man sonst nur durchläuft. Man hat vier wunderbare, grüne Inseln hier platziert, die von den BesucherInnen direkt sehr dankbar angenommen wurden, eine tolle Idee, um den Platz besucherfreundlich aufzuwerten. Für Familien gab es ein buntes Rahmenprogramm.

In der Mischanlage auf der Kokerei Zollverein stellten Fotograf Jean Molitor und Architekturhistorikerin Dr. Kaija Voss, gemeinsam mit BeBra-Verlagsleiter Dr. Dirk Palm, das Buch „Bauhaus in Nordrhein-Westfalen – Eine fotografische Reise durch die Klassische Moderne“ vor. Damit schlagen sie einen Bogen zu der aktuellen Ausstellung „bau1haus – die Moderne von Essen bis Asmara“, die 300 Aufnahmen von Jean Molitors weltweiter Spurensuche nach der klassischen Architekturmoderne präsentiert. Im Rahmen einer spannenden Kuratorenführung erklärte Dr. Kaija Voss die Hintergründe zu den fotografischen Arbeiten. Dabei wirken die abgebildeten Beispiele des Bauhauses wie Kunstwerke in Reinform. Jean Molitor reist ständig um die Welt, um internationale Beispiele der Architekturmoderne möglichst in seiner Gänze und ohne Gewusel drumherum abzulichten, oft gar nicht so einfach. Architekten wie u. a. Henry van der Velde, Peter Behrens, Mies van der Rohe, Walter Gropius oder Frank Lloyd Wright sind vertreten. Sozialer Wohnungsbau ist genauso dabei, wie Sakralbauten, UNESCO-Welterbestätten, Verwaltungsgebäude, Tankstellen, Villen oder Kinos. Auf die Form kommt es Jean Molitor stets an, nicht auf die Zeitschiene. Er liebt Rundungen und fliegt dafür international fast überall hin. Rund 1.000 Gebäude befinden sich bereits in seinem „bau1haus“-Archiv. Es ist eine wahrlich spannende Ausstellung zur Architekturmoderne mit Beispielen von vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie läuft noch bis zum 2. August 2026.

Datum: 7. Juni 2026

www.zollverein.de
www.zollverein.de ("bau1haus"-Ausstellung)

UNESCO-Welterbetag 2026 auf Zollverein, Foto: Jehle

UNESCO-Welterbetag 2026 auf Zollverein

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