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Filmpremiere von 'Vier von hier' in der Lichtburg Essen mit Dietmar Bär, Joachim Król, Peter Lohmeyer und Armin Rohde
Die Brost-Stiftung hatte zur Filmpremiere von „Vier von Hier“ in die Lichtburg nach Essen geladen und alle kamen. Dietmar Bär, Jochim Król, Peter Lohmeyer und Armin Rohde präsentierten sich auf dem roten Teppich und zum Talk auf der Bühne mit Bettina Böttinger.

Alle vier sind Träger des Brost-Ruhr-Preis 2024. Aus dem 25-minütigen Kurzfilm über die vier ausgezeichneten Schauspieler wurde nun eine 77-minütige Dokumentation. Sie stammen alle aus dem Pott, haben hier ihre Wurzeln. Die Region hat sie geprägt. Bis auf Armin Rohde, der in Bochum wohnt, haben alle außerhalb des Ruhrgebiets Karriere gemacht, im Tatort, in diversen Fernseh- und Kinofilmen wie „Kleine Haie“, „Der bewegte Mann“ oder in „Das Wunder von Bern“. Sie haben die deutsche Filmlandschaft mit ihrer Herkunft und ihrem dafür typischen Auftreten wirklich geprägt.

Joachim Król besuchte die Schauspielschule in München, allen anderen waren in Essen oder Bochum. Über ihre Karrieren auf der Theaterbühne, im Fernsehen oder im Kino können sie nicht klagen. Man kennt sie gut, was nicht jeder Schauspieler von sich behaupten kann. Ihre Väter kommen fast alle aus dem Arbeitermilieu, waren Bergmänner oder Metzgermeister. Nur der Vater von Peter Lohmeyer war Priester in der heute berühmten Dorfkirche in Bochum-Stiepel. Er hat dieses Kleinod quasi gerettet, war ansonsten aber eher ein ausgeprägter Narzisst, ein unnahbarer Daddy. Heute liegen Peter Lohmeyers Eltern auf dem Friedhof gegenüber.

Die Jungs sollten es mal besser haben als ihre Väter. Den Spruch kennt man hier im Pott. Armin Rohde brach allerdings zwei Monate vor dem Abi die Schule ab, ging ein Jahr in die USA und kehrte nach Bochum zurück. Als starker Bühnencharakter braucht man kein Abitur. Er hat heute noch großen Respekt vor dem Job seines Vaters, der Bergmann war. Einmal war er gemeinsam mit ihm untertage. Der schwere Abbauhammer war nicht sein Ding, blieb im Gestein stecken. Die Vier kennen sich schon sehr lange. In jungen Jahren übernahm Dietmar Bär mal die Berliner Wohnung von Peter Lohmeyer.

Regisseur Christoph Rüter brachte diese vier echten Typen für diesen Film zusammen, was völlig unproblematisch war. Er führte sie an Orte mit besonderer Bedeutung und konfrontierte sie mit ihrer Vergangenheit. Peter Lohmeyer schwärmt vom Yves-Klein-Blau im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen und natürlich Schalke 04, in Königsblau. Dietmar Bär umkreist den Kölner Dom und erinnert sich an das ehemalige Millowitsch-Theater. Alle zusammen treffen ich auf der Halde Haniel, um ihre Heimat von oben zu betrachten, im Ruhr Museum oder im Schauspielhaus Bochum, wo sie alle schon gewirkt haben, wie auch in der Lichtburg in Essen.

Mit den alten Filmausschnitten konfrontiert, werden sie doch etwas nachdenklich, wenn ihnen die Kamera ins Gesicht blickt. Manches ist aus heutiger Sicht eher peinlich, anderes auf den Punkt hervorragend gespielt. Manch ein Spruch ist in die Alltagssprache eingegangen, was für gute Dialoge steht. Besonders Armin Rohde sticht durch seine besonders ausgeprägte Pott-Charakteristik hervor. Mal spielte er die rücksichtslose Wildsau und mal den kranken Familienvater, der Frau und Sohn schlägt. Das zeichnet einen ausgezeichneten Schauspieler aus.

Der Film ist voller Erinnerungen und Geschichten. Man lernt sie bei Dreharbeiten kennen oder entdeckt noch einmal ihr jugendliches Erscheinungsbild. Da waren bei Peter Lohmeyer mal ein paar mehr Haare auf dem Kopf.

Im anschließenden Talk mit Bettina Böttinger erfuhr man, dass Armin Rohde gerne auf Friedhöfen zu Besuch ist. Król lernte beim Vorsprechen an der Schauspielschule in München sogar seine heutige Frau Heidi kennen. Sie sind seit 45 Jahren verheiratet. Sein Vater war mit der Berufswahl Schauspieler am Theater durchaus einverstanden. Die brauchen schließlich auch Elektriker oder Schuster. Peter Lohmeyer stimmte das Steigerlied an. Sie alle hoben die Verantwortung eines prominenten Schauspielers für die Gesellschaft hervor. Besonders in der aktuellen Zeit von Verdruss durch die unsoziale und spaltende Politik der Bundesregierung sollte man den sozialen Zusammenhalt betonen, sonst wird der rechtsradikale Flügel sehr viel zerstören. Der ehrlich aufbrandende Applaus aus dem Saal war ihnen sicher.

Die Brost-Stiftung präsentiert den fertigen Dokumentarfilm im Rahmen einer exklusiven Kinotour durch das Ruhrgebiet. Eine Verlängerung auf Kino- oder TV-Länge ist eventuell angedacht.

Es war eine eindrucksvolle Filmpremiere mit starken Charakteren von hier, was auch Prof. Bodo Hombach, Vorstand der Brost-Stiftung, in seiner wie immer hervorragenden Rede hervorhob. Er kann seine Gedanken stets so wunderbar in klug gewählten Worten verpacken.

Datum: 21. April 2026

broststiftung.ruhr

Filmpremiere von 'Vier von hier' in der Lichtburg Essen mit Dietmar Bär, Joachim Król, Peter Lohmeyer und Armin Rohde, Foto: Jehle

Filmpremiere von 'Vier von hier' in der Lichtburg Essen mit Dietmar Bär, Joachim Król, Peter Lohmeyer und Armin Rohde

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