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Rundgang durch den Landschaftspark Duisburg-Nord mit anderem Blick auf wenig ausgetretenen Wegen
Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist mit mindestens einer Million Besuchern jedes Jahr eines der beliebtesten Ausflugsziele im Ruhrgebiet. Viele Gäste kennen aber leider nur die ausgetretenen Pfade rund um die ehemaligen Hochöfen. Dabei bieten die insgesamt rund 180 ha noch so viel mehr.

Bekannt ist der Park für den Tauchgasometer, den Klettergarten, diverse Veranstaltungen oder die schöne Illuminierung am Wochenende. Es gibt Leute, die auch die weniger bekannten Wege kennen, aber nicht so viele. Meist sind es Anwohner mit Hund oder Besucher mit einem Rad, die die ruhigen Ecken aufsuchen. Die befinden sich am Rande des Hauptparkplatzes und entlang der Autobahn im Hauptparkbereich.

Raus aus dem Auto und ab in den bekannten Parkbereich, so verläuft der Besuch in der meisten Besucher. Wenn man aber einfach mal die gegensätzliche Richtung einschlägt, gelangt man in den sogenannten Emscherbruch. Dort hat man damals hinter dem Parkplatz der eine neue, Alte Emscher in eine Schlackenhalde geschnitten und eine Landschaft komplett neu gestaltet. Der breite Weg verläuft direkt am Wasserlauf. Man kann aber auch die Höhen mittendrin oder am Rande erklimmen, die Erzklippen, die durchaus beträchtliche Steigungen enthalten können. Hier oder da steht man sogar hoch über der Autobahn, umgeben von rauschendem Laub, Vogelgezwitscher und hektischem Verkehr. Das kennt man Kontraste. In den letzten Jahrzehnten hat sich dort mittlerweile ein richtig schöner Wald entwickelt, mit Serpentinen, Aussichtspunkten und viel Schatten im Sommer. Bei 30°C kann man es hier gut aushalten. Angesiedelt haben sich überwiegend Bäume und Pflanzen, die mit dem oftmals belasteten Bodenreich gut klarkommen, darunter viele Birken, aber auch einige andere Baumarten. Das Flussbett ist nun ein langgezogenes Biotop für Tiere und Pflanzen. Unter der Emscher verstand man lange etwas ganz anderes.

Im Emscherbruch findet man auch einen besonderen Ort, eine Architekturausstellung unter freiem Himmel. Vor Jahren hat dort ein Künstlerkollektiv verschiedene Bauten aus dem Ruhrgebiet in Miniatur platziert, gefertigt aus Beton und Stahl, mit vielen Details. Meist sind es Wohnbauten, aber auch eine Kirche oder ein Spaßbad. Es ist erstaunlich, dass das Gesamtensemble noch nach all den Jahren sich noch immer in so einem guten Zustand befindet, ohne erkennbaren Vandalismus. Die versteckten Ecken haben eben ihre Vorteile.

Man sollte immer mit offenen Augen durch den Park laufen. Dort findet man immer wieder spannende Pflanzen, besondere Blüten, ehemalige Produktionsanlagen oder -maschinen oder schönen Rost. Auch die künstlich angelegten Wasserpfade im Park nehmen viele oft gar nicht wahr. Einfach am Wegesrand den Blick schweifen lassen, links und rechts gucken und neugierig sein. Es gibt sie noch, die wilden oder sehr naturnahen Ecken im Landschaftspark, wo es zwischen ehemaligen Bahngleisen auch Eidechsen geben soll.

Der Landschaftspark trägt seine Bezeichnung „Park“ durchaus zurecht. Der Landschaftsarchitekt Peter Latz (geb. 1939), der Entwickler des Parks, hat ein prächtiges Parkensemble in Duisburg hinterlassen. Sein schönes Buch „Rostrot“ (Hirmer Verlag) enthält viele alte Abbildungen, wie das Gelände früher aussah. Der Landschaftspark hat sich beachtlich gewandelt.

Datum: 19. Mai 2026

www.landschaftspark.de

Rundgang durch den Landschaftspark Duisburg-Nord mit anderem Blick auf wenig ausgetretenen Wegen, Foto: Jehle

Rundgang durch den Landschaftspark Duisburg-Nord mit anderem Blick auf wenig ausgetretenen Wegen

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