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Konzert 'Das war doch grad’ erst eben - 50 Jahre auf der Bühne' von Stefan Gwildis im Ebertbad in Oberhausen
Eine Hamburger Legende war erstmals zu Gast im Ebertbad in Oberhausen. Stefan Gwildis, der große Soul-Sänger der Hansestadt, überzeugte das fast volle Haus mit seiner Persönlichkeit, seiner famosen Stimme und natürlich mit seinen wunderbaren Songs.

Das Motto des Abends lautete „Das war doch grad’ erst eben - 50 Jahre auf der Bühne“. Mit 17 Jahren wurde er kreativ, probierte sich aus. Alte Filme und Fotos, die er auf der Bühne selbst präsentierte, zeigen, wie das Talent schon früh zu erkennen war. Die Gitarre und die Stimme sind geblieben, haben ihn durch 50 Jahre Tourleben getragen, eine stolze Leistung, die nur wenige Künstler so erfolgreich schaffen. Noch immer präsentiert er sich lustvoll und dem Publikum sehr zugewandt, shakert auch gerne mal mit den ersten Reihen. Selbst im Fußball kennt er sich aus. Das Relegationsspiel von RWE und Ente Lippens waren ein Thema. Dass die Erzfeinde aus Essen in Oberhausen (RWO) nicht wohl gesonnen sind und die Fanschar als rechtsradikal orientiert gilt, das konnte er als Hamburger nicht wissen. Einige Gäste kamen aber aus Essen. Zumindest ist ihm die Gegend gut vertraut, schließlich lernte er vor fünf Jahren die Künstlerin Ivana in Düsseldorf kennen. Sie folgt ihm nun nach Hamburg. Immer wieder gab es schöne Anekdoten und visuelle Rückblick als Fotos oder Filme im Bühnenbild. Ja, die Haare sind im Alter länger geworden und vor zehn Zuschauern, wie 1990 in Halle an der Saale, möchte er auch nicht mehr spielen.

Musikalisch glänzte er mit seinen großen Hits und weniger bekannten Nummern. Gerade ist seine neue Doppel-CD „Stefan Gwildis - Das war doch grad’ erst eben“ (Label Gwildis Kontor) erschienen. Davon gab es einiges zu hören, richtig guter Soul, aber auch kurze Jazz-Einlagen aus früheren Jahren. Los ging es mit „Heut' ist der Tag“. Danach tanzte er über den Kiez, schwärmte von seinem Meer als Sehnsuchtsort und setzte sich musikalisch für eine bunte, demokratische Republik ein. Sein Opa wurde einst von den Nazis in Hamburg ermordet, weil er eine eigene Meinung hatte. Die Songs sind alles kleine Meilenpuzzlesteine. Mit 17 Jahren lernte er die 32jährige Anne kennen. Sie bleiben 23 Jahre zusammen. „Sommer in der City“ passte sehr gut zu den Temperaturen draußen. Auch typische Hamburger Songs wie „Pollerhocken“ oder „Mitten vorm Dock Nr. 10“ hatte er im Gepäck, leider nicht die so wunderschön stimmungsvolle „Regennacht in Hamburg“. Man kann nicht alle guten Töne aus 50 Jahren an einem Abend haben. Mit „Du bist so wundervoll“ präsentierte er eines seiner schönsten Liebeslieder. Am Ende gab es mit „Wenn alles gesagt ist“ den passenden Abgang.

Was ist ein Künstler wie er ohne eine Band? Seine Jungs sind Extraklasse. Gemeinsam oder partiell begleiteten sie ihn richtig gut, ein entspannter oder gut tanzbarer Ohrenschmaus.

Zu hören gab es ganz feine Nuancen und gute Frequenzen, ein hervorragender Abend eines großen Künstlers, der sehr wohltuend ohne LED-Schnick-Schnack auskommt. Da gibt es auch andere Beispiele. Das hat er überhaupt nicht nötig. Er strahlt bereits, wenn er die Bühne betritt und noch kein Ton passiert ist. Er beherrscht sogar das Beatboxen oder interessante Zwischenlaute, ein wahrer Mundkünstler. Es war sein erster Auftritt im Ebertbad, welches er als echte Entdeckung für sich bezeichnete.

Datum: 22. Mai 2026

www.ebertbad.de

Konzert 'Das war doch grad’ erst eben - 50 Jahre auf der Bühne' von Stefan Gwildis im Ebertbad in Oberhausen, Foto: Jehle

Konzert 'Das war doch grad’ erst eben - 50 Jahre auf der Bühne' von Stefan Gwildis im Ebertbad in Oberhausen

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