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Schauspiel 'Brokeback Mountain' im Theater Oberhausen
Das Theater Oberhausen präsentiert sehenswert die deutschsprachige Erstaufführung „Brokeback Mountain“ von Ashley Robinson, nach Annie Proulx.

Schauplatz ist der mittlere Westen der USA. In einer Bar treffen sich die wenigen dort beheimateten Einwohner und die Gestrandeten. Der Raum ist die Bühne des Lebens und der Gesellschaft zugleich. So richtig glücklich wirkt hier keine Figur. Alles ist dunkel, der Whiskey fließt, es wird geraucht und so manche Prügelei ist an der Tagesordnung. Eine Live-Band spielt Country-Songs. Frauen sind sowieso deutlich in der Unterzahl und somit ein begehrtes Sexobjekt. So stellt man sich die Tristess in den unendlichen Weiten von Wyoming vor.

Hier gelten erzkonservative und klare Regeln. Das Vieh ist das höchste und wertvollste Gut der Region. Jack (Tim Weckenbrock) und Ennis (Philipp Quest) heuern bei Joe (Jens Schnarre) als Schafhirte am Brokeback Mountain an, eigentlich einer der letzten Jobs, die man so annimmt, aber es wird der bester Sommer ihres Lebens. Sie entdecken ihre Liebe zueinander. In der harten Männerwelt ist das hier eine Todsünde. Draußen in den Bergen genießen sie ihre homosexuelle Freiheit, aber keiner sollte es wissen, sonst muss man um sein Leben fürchten. Nach dem liebestollen Sommer gehen beide ihren eigenen Weg, heiraten jeweils eine Frau und bekommen Kinder, so wie es die Gesellschaft von ihnen erwartet. So ganz vergessen können sie ihren Sommer jedoch nie.

Alles beginnt recht stumm. Die Band spielt leise vor sich hin, während die Figuren nicht einmal miteinander reden möchten. Sie hängen mit dem Kopf auf dem Tisch oder starren in den Raum. Das Leben scheint hier wirklich elendig zu sein. Man spielt lustlos Dart oder trinkt einen Whiskey. Ohne Alkohol hält man es hier kaum aus. Man hört die Schritte auf dem Boden. Langsam erwacht die Szenerie zum Leben. Ennis und Jack kommen ins Gespräch. Man spricht nur das Nötigste. Später am Berg wird es lustvoll und lebhaft zwischen den beiden. Man albert herum und hat Spaß.

Die Inszenierung von Intendantin Kathrin Mädler ist klar auf die beiden Hauptpersonen konzentriert. Ihre Liebe darf es nicht geben. Wer ahnt trotzdem etwas? Das Schweigen und die Andeutungen der anderen lassen Vermutungen zu. Die Blicke und die fehlenden Worte ersetzen das Gerede hinter dem Rücken der beiden. Ennis agiert eher vorsichtiger, hat Angst vor einem Mord. Jack schweift relativ offen in seinen Träumen. Irgendwann wird ein Schaf geschlachtet, eine bewusste Andeutung. Jack wollte den Stier bei den Hörnern nehmen, doch das hat grundsätzlich selten geklappt. Seine wahre Todesursache verschwimmt im Grund des Nebel, der permanent über den Boden schwebt.

Kathrin Mädler hat bewusst ein langsames Tempo in den Aktionen gewählt. Es gibt gute Dialoge, gepaart mit dezenter, aber feiner Mimik. Ennis sen. (Klaus Zwick) agiert als Erzähler und Beobachter. Musikalisch kommt hier nichts vom Band. Eine gute Live-Band um Marc-Reiner Kamp präsentiert Songs von Dan Gillespie Sells, die wie ein Soundtrack wirken, eher kurze Songs, die aber atmosphärisch sehr wichtig erscheinen. Regina Leenders macht als singendes Cowgirl am Mikro musikalisch eine sehr gute Figur.

Der Abend ist im Grunde ein trauriges Melodram einer Gesellschaft, bzw. zweier Cowboys, die sich außerhalb der gesellschaftlichen Werten verortet haben. Der Abend ist atmosphärisch passend inszeniert.

Datum: 24. April 2026

theater-oberhausen.de

Schauspiel 'Brokeback Mountain' im Theater Oberhausen, Foto: Lukas Driller

Schauspiel 'Brokeback Mountain' im Theater Oberhausen

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