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Podiumsdiskussion 'Natur bewahren, Leben schützen / Die Ursache von Pandemien' im Allwetterzoo Münster
Unter dem Motto „Natur bewahren, Leben schützen / Die Ursache von Pandemien" veranstaltete der Allwetterzoo Münster eine öffentliche Podiumsdiskussion zu den Themen Umweltschutz, Artenschutz und Zoonosen.

Auf der Bühne saßen Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Sybille Benning (MdB), Dr. Friederike Jansen (Geschäftsführerin Nationale Forschungsplattform für Zoonosen – Standort Münster), Volker Homes (Geschäftsführer VDZ) und Dr. Simone Schehka (Geschäftsführerin Allwetterzoo). Das Thema ist mehr als hochaktuell. Wir gehen sehr schonungslos mit unserer Umwelt um und eine Pandemie beeinflusst unser Leben spürbar negativ. Wie hängt das alles zusammen? Alles Wirken und Handeln des Menschen hängt mit den Folgeeinflüssen unbestreitbar zusammen. Die Menschheit forciert Zoonosen. 60% unserer Krankheiten stammen ursprünglich von Tieren, auch Haustieren.

Schon früh wurde gemutmaßt, ob die aktuelle Pandemie mit Wildtieren in Verbindung steht. China hat mittlerweile seine Wildtiermärkte geschlossen. Da sich die Menschheit aber immer weiter ausbreitet, verringern sich die Lebensräume der Tiere. Wir kommen uns gefährlich nahe. In sicherer Distanz und bei einer gesunden Umwelt geben Tiere ihre Viren und Bakterien untereinander weiter. Sie sind dagegen immun. Fehlen jedoch Artgenossen und der Mensch rückt ihnen zunehmend auf die Pelle, so springen die Erreger auf uns über. Eigentlich sind wir eine Sackgasse ohne große Folgen. Es kann aber auch sein, dass ein vom Tier stammendes Virus mutiert und sich unter den Menschen oder unseren Nutztieren rasant weiter verbreitet. In so einem Fall hat die Menschheit ein Problem, eine Pandemie durch Tollwut, Vogelgrippe, Schweinepest oder Covid, die mehr oder weniger schwierig zu bekämpfen ist. Schon heute leben Füchse, Marder, Waschbären oder Fledermäuse urban unter uns.

Wie können wir nun weitere Pandemien möglichst verhindern? Nötig ist ein klares Umdenken bezüglich unseres Agierens und Handelns. Wollen wir das Artensterben stoppen, müssen wir rund 30% aller Land – und Wasserflächen schützen. Artenvielfalt ist das Grundfundament mit eines stabilen Ökosystems mit natürlichen Lebensräumen. Hier hat die Natur Vorrang. Einfach ist das nicht. Verzicht auf überflüssigen Luxus wäre ein erster Schritt. Sparsame Autos statt SUVs wären wünschenswert. Das fängt insgesamt im Kleinen zu Hause an und geht hin bis zu Tropenwaldrodungen für Monokulturen. Interdisziplinäre Forschung zwischen Biologie, Physik, Landschaftsökonomie oder Medizin sind global unabdingbar. Dabei sollte die Bevölkerung mittels „Citizen Science“ mitgenommen werden. Jeder kann mithelfen. Machen wir so weiter wie bisher, ist das Ende der Menschheit absehbar. Tiere und Pflanzen werden unser Ende sicher überleben.

Nicht ohne Grund hat man diese Diskussion in einem Zoo aufgerufen. Zoos dienen der Arterhaltung. Manchmal werden sogar Nachzüchtungen wieder ausgewildert, sofern es passende Lebensräumen gibt. Zoos gehen in Sachen Klimaneutralität voran. Im Allwetterzoo Münster baut man gerade an einem neuen Tropenhaus, das zu 100% klimaneutral sein wird.

Am Tag der Biodiversität im Allwetterzoowaren auch der NABU, der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen, der WWF, die Stadt Münster und der Zoll mit Infoständen vor Ort. Bei der Stadt Münster möchte man bis 2030 klimaneutral sein, ein hohes Ziel. Der NABU bietet an seinen Standorten diverse Naturführungen an. Der WWF präsentierte seine nationalen Projekte und bei Greenpeace starte man einen Unterschriftenprotest gegen den hohen Einsatz von Pestiziden. Die Forschungsplattform für Zoonosen informierte z.B. welche Krankheiten evtl. von den lieben Haustieren stammen könnten. Beim Zoll achtet man sehr darauf, dass Touristen geschützte Tiere weder tot noch lebendig einführen.

Wie sehr man sich um den Artenschutz im Zoo kümmert, konnte man natürlich auch in Münster erleben. Zahlreiche Nachzuchten leben in den meist sehr schön gestalteten Gehegen. Ein Tag im Allwetterzoo lohnt sich immer mal wieder.

Datum: 19. August 2021

www.allwetterzoo.de