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Rundgang durch den neuen Wirtschaftshof im Zoo Duisburg
Der Zoo Duisburg hat seinen neuen Wirtschaftshof vorgestellt. 6.000 Tiere werden hier jeden Tag mit Futter versorgt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 5,5 Mio. Euro.

So ein Wirtschaftshof ist das Herz eines jeden Zoos. Handwerker haben dort ihre Werkstätten (Schreinerei, Schlosserei, Elektrowerkstatt, Gärtner) und die Futtermeister stillen den Appetit der tierischen Bewohner. Zuletzt finden hier Mitarbeiter Umkleidemöglichkeiten und Duschen. Im Zoo Duisburg stammte die alten Einrichtung aus den Jahren 1948 bis 1950, überall im Zoo verteilt und energetisch nicht mehr zu sanieren. Das nun zentralisierte Projekt, bestehend aus zwei Gebäuden, wurde maßgeblich aus finanziellen Mitteln des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes (KIDU) realisiert. 5,2 Mio. Euro kamen für den Ersatzneubau aus Berlin, der Rest ist eine Eigenleistung des Zoos. Die reine Bauzeit betrug 18 Monate. Seit Mitte 2021 sind die neuen Gebäude bereits in Betrieb. Nun ist auch die unmittelbare Umgebung komplett befestigt. Wenn die Tierpfleger ihren Dienst antreten, stehen die portionierten Mahlzeiten der Tiere bereits im jeweiligen Revier. Um 6 Uhr ist im Wirtschaftshof Arbeitsbeginn.

Um Brillenbären, Gorillas und Delfine satt zu bekommen lagern hinter massiven Schiebetüren in den Kühlräumen am Kaiserberg bergeweise frisches Obst, knackiges Gemüse und tiefgekühlter Fisch, alles von höchster Qualität und Frische. Obst und Gemüse lagert bei 2 bis 6°C. Allein die Seekühe verspeisen am Tag 9 bis 10 kg Salat. Eingekauft wird am Großmarkt. Einen so üppig gefüllten Kühlschrank wünscht man sich zuhause.

Auf eine besondere Weise wird das Fleisch für die Raubtiere des Zoos in das Gebäude befördert. Ein ausgeklügeltes System aus Rohrbahnen unter der Decke ermöglicht es, die großen Fleischstücke direkt vom Kühltransporter abzuladen. Über Weichen wird der Weg bestimmt. Portionierraum, Kühlraum oder Tiefkühler können angesteuert werden. Große Blöcke mit gefrorenem Fisch werden in einen Tiefkühlraum bei minus 18 bis 20°C gelagert und sind Nahrung für Delfine, Brillenpinguine, Seelöwen, Pelikane und Co.. In Abhängigkeit des täglichen Fischbedarfs werden einzelne Blöcke mit gefrorenem Fisch über Nacht in großen Becken aus Edelstahl schonend aufgetaut. Manche Tiere sind besonders spezialisiert, z.B. die Bärenstummelaffen. Für sie wird das im Sommer gesammelte Blattfutter kistenweise schockgefrostet und in einem extra Laubtiefkühlraum eingelagert. In den Wintermonaten wird es an sie verfüttert. Neben den verschiedenen Kühl- und Tiefkühlräumen gibt es im neuen Wirtschaftshof außerdem ein Lager für verschiedenes Körnerfutter sowie diverse Pellets und eine moderne Industrieküche zum Kochen von Gemüse, Reis und Kartoffeln.

Die zu beschaffenden Mengen sind erheblich. Hier mal ein paar Zahlen. Etwa 50.000 Euro muss man pro Monat für das Futter insgesamt aufwenden. Einmal die Woche lässt man frischen Eukalyptus einfliegen, wobei das Koala-Futter direkt im Koala-Haus eingelagert wird. Ansonsten benötigt der Zoo pro Woche etwa 300-350 kg Rindfleisch, 140 kg Rote Beete, 320 kg Möhren, 240 kg Knollensellerie, 200 kg Rettich oder 400 kg Äpfel. 500 kg Heu braucht man pro Tag. Die Liste der zu beschaffenden Nahrungsmittel ist lang. Selbst züchtet man allerdings keine täglichen Futtertiere wie Mäuse, Meerschweinchen oder Ratten. Gelegentlich wird mal ein altersschwaches Zebra, eine Ziege oder ein Nager aus dem eigenen Bestand zur Verfütterung entnommen. Küken stammen aus der industriellen Produktion. Die männlichen Tiere sind leider Überschuss. Ist mal ein Futtermittel nicht verfügbar, so muss man variieren, kreativ werden. Ameisenbären gehören allerdings zu den anspruchsvollsten Arten. Ihr Brei besteht aus zahlreichen Zutaten. Schweine fressen dagegen fast alles, sind völlig unkompliziert.

Der Ersatzneubau ermöglicht es den vier Beschäftigten nun, die Arbeitsprozesse spürbar zu optimieren. Jetzt kann man die Paletten einfach mit elektrischen Hubwagen in die entsprechenden Lagerräume fahren, was zuvor tatsächlich nicht möglich war. Wege, Abläufe und Arbeitszeiten für verschiedene essenzielle Prozesse des Zoos werden mit dem Neubau nachhaltig optimiert und bringen den Mitarbeitenden und den Tieren viele Vorteile, z.B. auch den Einkauf größerer Mengen zu günstigeren Preisen. Die Besucher bekommen davon nichts mit. Man sieht weiterhin nur möglichst glückliche Tiere, die ihre Lieblingsspeisen verzehren.

Datum: 5. Dezember 2022

zoo-duisburg.de