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'Let's work - Ein Liederabend' im Schauspiel Duisburg
„Let's work - Ein Liederabend“, heißt es im Schauspiel Duisburg. Fünf SchauspielerInnen und ein Pianist widmen sich absolut sehenswert dem Thema der Arbeit in all ihren Facetten und Entwicklungen. Was folgt ist ein wilder Ritt durch die Musikgeschichte, in der sich ein Song an den nächsten reiht.

Man geht arbeiten, um „über die Runden zu kommen“ oder geht einem „Brotjob“ nach. Nach Spaß klingt das häufig nicht. Arbeit sorgt für den Lebensunterhalt oder die Befriedigung nach Karriere und Macht. Sie bestimmt das eigene Selbstbild und die gewünschte Sicht der Außenstehenden auf einen selbst. Für die Karriere nimmt man auch gerne mal unbezahlte Überstunden in Kauf, man bückt sich mühsam hoch, Stress inklusive.

Wie hat sich Arbeit verändert? Die Bergleute oder Industriearbeiter hatten schwer zu schuften. Mit dem Niedergang der Schwerindustrie wandelten sich die Tätigkeiten hin zur Servicedienstleistung. Parallel entwickelte sich ein riesiger Niedriglohnsektor.

Der musikalische Leiter Wolfgang Völkl und Regisseur Michael Steindl haben sich diesem Thema angenommen. Zwischen roten Bierkästen, das Sinnbild für das Feierabendbierchen, haben sie eine Musikrevue des Arbeitsalltags platziert, mit insgesamt 27 Songs zwischen Schlager, Chanson, Pop, Rock und Revolutionsklängen. Alle werden von Wolfgang Völkl sehr schön am Klavier begleitet. Teilweise ist eine Flöte und ein Horn dabei. Die Übergänge sind fließend, ohne Sprechpassagen. So steht am Anfang der ungeliebte Montag mit „Manic Monday“ von den Bangles. Wenig später widmet man sich dem „Bruttosozialprodukt“, ehe man mit Peter Alexanders „Feierabend“ einen Zwischenstop einlegt. Irgendwann folgen das „Steigerlied“, „Die Seeräuber-Jenny“ bis hin zu „Talkin' Bout a Revolution“ von Tracy Chapman und „Streik“ von Rio Reiser. Das atmosphärische Klima wird rauer. Man lässt sich nicht mehr alles gefallen. Mit „Streik bei Thyssen“ (Wolf Biermann), „Das Einheitslied“ (Hanns Eisler/Bertolt Brecht) kommt man zu Janis Joplin oder „Money for Nothing“ von den Dire Straits. Am Ende wird das ständig angestrebte Wachstum deutlich in Frage gestellt. Die Kritik am Turbokapitalismus kommt deutlich durch. Was wäre der Mensch ohne harte Arbeit? Die Menschheit würde auch überleben, nur eben anders und vielleicht entspannter.

Konzeptionell, musikalisch und schauspielerisch ist der Abend sehr unterhaltsam, eine runde Sache, wo jeder mindestens einmal zustimmend nicken kann. Es spielen, Katharina Abel, Robin Berenz, Kai Bettermann, Adrian Hildebrandt und Tatjana Poloczek.

Datum: 1. Dezember 2021

www.duisburg.de