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Schauspiel 'Das lange Weihnachtsmahl' im Schauspiel Duisburg
Mit dem guten Stück „Das lange Weihnachtsmahl“ von Thornton Wilder nimmt das Schauspiel Duisburg eine Tradition auf, die in vielen Familien heute noch gepflegt wird. An Weihnachten sitzt man zusammen und isst. Regie führte Michael Steindl.

Es ist der Lauf der Zeit, dem wir unterworfen sind. Wir werden älter, sterben. Nachwuchs stellt sich ein und bekommt selbst Kinder. Die Besetzung einer Weihnachtstafel ändert sich mit den Jahren und Jahrzehnten. So ist es auch bei der fiktiven Duisburger Fabrikantenfamilie Bönisch. Der Tabak hat sie erfolgreich dastehen lassen. Sie bezogen 1840 ihr neues Haus auf der Duisburger Königsstraße. Bis 1930 war es ihr Familiensitz. Generationen haben hier gelebt und Weihnachten gefeiert.

Das etwa einstündige Stück erzählt über das Kommen und Gehen. Erst stirbt Großmutter Katharina. Andere folgen ihr später. Immer wieder wird ein Stubenwagen mit neuem Nachwuchs über die Bühne geschoben. Todesfälle werden scheinbar immer wieder aufgefangen. Zugleich jedoch ändern sich die gesellschaftlichen Zeiten. Plötzlich werden junge Leute reiselustig, gehen ins Ausland, raus aus dem dreckigen Duisburg. Ein Sohn fällt im ersten Weltkrieg. Politisch wird es brisanter. Man flüchtet lieber vor den Nazis in die USA. Am Ende sieht das Weihnachtsmahl personell sehr dürftig aus und der Zweite Weltkrieg rückt näher.

Szenisch wird das Ereignis des Weihnachtsessens schön dargestellt. Es gibt einen Torbogen auf der Bühne, durch den alle gehen, die im Laufe der Generationen sterben. Auf Familiendetails verzichtet man. Trotzdem wird klar, dass man schon wieder um ein Familienmitglied trauert. Es ist auch ein Spiel mit schönen Erinnerungen an bessere Tage.

Die Besetzung ist eine Mischung aus professionellen SchauspielerInnen sowie Mitgliedern des Spieltriebs, als jungen Leuten zwischen 17 und 23, die ebenso gut in die entsprechenden Rollen schlüpfen. Es ist ein Stück des Nachdenkens über das Kommen und Gehen, eher melancholisch geprägt. Das Publikum sitzt übrigens auf der Bühne.

Datum: 2. Dezember 2022

www.theater-duisburg.de