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Tanz-Licht-Performance 'Vortex' im Schauspielhaus Bochum
Gute Schauspielhäuser gehen in der Gegenwart häufig neue Wege der Darstellung. Das Schauspiel Bochum ist besonders offen für neue Darstellungsformen. Das aktuelle Projekt „VORTEX“ ist ein Hybrid aus elektronischer Musik, zeitgenössischem Tanz, erotischen Momenten und animierter Lichtkunst. Ein interessantes Projekt.

Der außergewöhnliche Abend ist in drei Teile aufgebaut. Auf der Bühne stehen im ersten Teil Jasmine Chiu, Yu-Yuan Huang, Yunjin Song und Emiko Tamura. Hinter jeder Tänzerin befindet sich ein Lichtkasten, der kurze oder längere Lichtimpulse aussendet, eine Herausforderung für die Augen, aber spannend. Die Choreografie stammt von Maria Chiara de’Nobili. Die vier spärlich bekleideten Tänzerinnen wirken dabei wie euphorisch Feiernde in einem angesagten Club, umgeben von elektronischen Klängen. In anderen Momenten streichen sie sich über den Körper und deuten mit offenem Mund ekstatische Zustände an.

Zur Intention der Lichteffekte kann der Designer am besten die Hintergründe erklären. Ulf Langheinrich: „Erlebte Wirklichkeit ist eine Halluzination. Wirklich ist sie nicht dadurch, dass sie physikalisch stimmt, sondern dadurch, dass wir das Erleben glauben. Träume etwa sind geeignet, eine so überzeugende Wirklichkeitshalluzination zu generieren, dass diese unabhängig von Physik als echt erlebt wird. Die unterschiedlichen Auflösungserscheinungen, die im Rahmen von „VORTEX“ verhandelt werden, spiegeln gesellschaftliche Prozesse der Gegenwart wider. Es geht um Verlust als zentrale Erfahrung des Seins in der Welt. Vor allem um den Verlust des Vertrauens in die Richtigkeit des Gewussten und um Nicht-Verstehen-Wollen als Akt der Emanzipation von der Geschwätzigkeit des Seins.“

Der zweite Teil erfordert das Tragen einer 3D-Brille, die einem beim Einlass ausgehändigt wird. In Zeitlupe werden anschließend Kopfbewegungen der vier Tänzerinnen in Großeinstellung auf einer großen Leinwand gezeigt. Sie scheinen zu liegen und Erregung zu verspüren. Mehr sieht man nicht. Wir können es nur erahnen.

Im dritten Teil agiert lediglich die Leinwand mit farblichen Lichtimpulsen zu elektronischen Klängen, eine Reise in eine andere geistige Welt. Es entstehen Mischfarben vor unserem Auge. Obwohl die Impulse extrem kurz und schnell getaktet sind, erkennt unser Sehorgan die Farbtöne. Deuten lässt sich dieser Teil unterschiedlich. Eine interessante Erfahrung.

Das Schauspielhaus weist darauf hin, dass während der Veranstaltung über erhebliche Zeiträume Stroboskop-Lichteffekte eingesetzt werden. Die Veranstaltung ist daher für Personen mit Epilepsie, gravierenden Herzproblemen oder klaustrophobischen Ängsten und für Schwangere nicht geeignet. Die Veranstaltung darf nicht unter dem Einfluss bewusstseinsverändernder Drogen besucht werden. Geeignet ab 16 Jahren.

Datum: 18. November 2021

www.schauspielhausbochum.de