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Ausstellung 'Manfred Vollmer - ausgelöst' in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Mit der schönen Ausstellung „Manfred Vollmer - ausgelöst“ präsentiert die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen im kleinen Schloss Arbeiten eines Essener Fotografen, der die Region sehr gut kennt und auch darüber hinaus seinen Blick hat schweifen lassen. Die Ausstellung umfasst Fotos aus den Jahren 1969 bis 2019.

Manfred Vollmer studierte an der Folkwangschule beim großen Otto Steinert. Ende der 1960er Jahre entstanden die ersten Serien zum Thema Kirchenfeste in Italien. Im Anschluss arbeitete er grundsätzlich frei und baute sich ein großes Archiv auf. Seine analogen Negative (bis 2002) hat er inzwischen komplett dem Ruhr Museum überlassen, wo sie für die Zukunft gut aufgehoben sind. Mit dem Bruch zum Digitalen musste er sich umstellen, fotografiert aber seit 2002 nur noch digital. Die Bedingungen haben sich seit dem erheblich verändert. Während er früher gerne mal eine Demonstration mit der Kamera begleitetet, wie beim Arbeitskampf in Rheinhausen, würde er heute nicht mehr einen „Spaziergang“ von radikalen und rechtsgerichteten Impfgegnern dokumentieren wollen. Die Gewaltbereitschaft ist zu hoch. Früher war vieles für ihn anders. Die Aufnahme an der Folkwangschule verlief schon völlig unkompliziert. Als Fotograf hatte man wenig Konkurrenz, konnte davon gut leben. Heute fotografiert jeder mit seinem Handy.

So sind die ausgestellten Fotos Zeugnisse aus einer anderen Zeit. Vollmer war einer der wenigen Fotografen, die regelmäßig auch in der DDR unterwegs waren. Fotos von dort waren selten und ließen sich gut vermarkten. Er dokumentierte den Arbeitskampf in Rheinhausen und schuf dort eindrucksvolle Momentaufnahmen. Eine Umweltkatastrophe an der französischen Küste weckte sein Interesse. Natürlich dokumentierte er den Mauerfall in Berlin. Den Papst fotografierte er in Bottrop. In der Region hatte er den Auftrag, die Kulturhauptstadt Ruhr 2010 abzulichten, das neue Ruhrgebiet. Auch die andere Seite, die harte Arbeitswelt der Arbeiter, ließ ihn nie los. Er war auch dabei, als Gastarbeiter im Rahmen von Rückführungsprogrammen das Ruhrgebiet in Richtung Heimat verließen. Menschen standen stets im Mittelpunkt seiner Reportagefotos.

Heute überlässt er seiner Frau mehr oder weniger das Fotografieren. Von der Qualität ihrer Smartphone-Fotos ist er überzeugt. So ändern sich die Zeiten. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Es ist ein ebenso schöner Ausstellungskatalog im Kerber Verlag erschienen, der im Haus erhältlich ist.

Laufzeit: 6. Februar bis 15. Mai 2022

www.ludwiggalerie.de