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Ausstellung 'Vinyl! Die Comic-Cover' in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Wie eine Zeitreise in gar nicht so lang vergangene Zeit mutet die sehr außergewöhnliche und spannende Ausstellung „Vinyl! Die Comic-Cover“ an, präsentiert vom Sammler Dr. Eckard Sackmann (geb. 1951) und der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen.

Man hört sich schon in das Thema ein, wenn man auf dem Weg zum Ausstellungsraum ist. Über eine Großleinwand wird eine typische Liquid Light Show der 70er mit sich verändernden Strukturen und einer festen Setliste abgespielt. Diverse Songs der Musikgeschichte werden die Ausstellung begleiten. So werden auch die Töne museal.

Betrachtet man die Plattencover, taucht man ein in eine Welt, die mit Streamingdiensten von heute so gar nichts mehr zu tun hat. Richtig bunte Cover waren einst Ausdruck von besonderer Musik. Dr. Eckard Sackmann hat sie gesammelt, weil sie sich mit Comic-Darstellungen beschäftigten. Meistens sind es nationale, europäische und internationale Rockbands oder Musiker, die weniger die soften Töne bevorzugen. Von den schwarzen Scheiben hat sich Sackmann später getrennt, denn es waren nicht immer seine Töne. Der Grund des Kaufs war stets das Cover.

Es war eine andere Zeit, wenn man genau hinsieht. Männer dominierten die Comic-Szene und Frauen als Zeitzeuginnen ihrer Ära wurden nicht selten als singendes Sexobjekt betrachtet. Damals, in den 70ern und 80ern, hat sich fast jeder in der jeweiligen Rolle akzeptiert. Der Mann hatte oft das Geld. Der Macho oder starke Mann wird als Klischee abgebildet, während sie sich mit dem Finger an den Lippen anbietet oder äußert knapp bekleidet posiert. Die Bildaussagen sind eindeutig. In einem Fall durfte ein Zeichner als Lohn für sein Werk, vertraglich zugesichert, Janis Joplin einmal an den Busen packen. Gezeichnete und überzeichnete Männerträume ihrer Zeit.

Die Idee, ein Plattencover als Comic darzustellen, kam daher, dass man einen begabten Zeichner kannte oder sogar ein grafisches Talent in der Band hatte. Von den deutschen Musikern sind u. a. Udo Lindenberg, BAP, Heinz-Rudolf Kunze oder Die Ärzte mit dabei. Man findet aber auch Namen wie Motörhead, Frank Zappa, Jimi Hendrix, Guns N' Roses oder Meat Loaf mit Meisterwerken von Covern. Es sind auch die Geschichten, die dahinter stehen. Im sehr schönen Katalog zur Ausstellung, erschienen im Verlag comicplus+, sind einige nachzulesen.

Man sollte sich wirklich mal Zeit nehmen, in diese gezeichnete Welt eintauchen, die Details entdecken und Urlaub vom Alltag machen. Es lässt sich so viel entdecken.

Laufzeit: 16. Januar bis 8. Mai 2022

www.ludwiggalerie.de