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Show Urbanatix 'Home' 2021 im Schauspielhaus Bochum
Urbanatix ist wieder da. Mit der aktuellen Show „Home“ musste man, der Pandemie wegen, allerdings ins Schauspielhaus Bochum umziehen. Herausgekommen ist eine Mischung aus einem filmischen Stadtportrait, Anklängen des Varietés, Poesie, und dem gewohnten Urban-Style.

2020 zeichnete sich sich bald ab, dass die Show in der Jahrhunderthalle nicht stattfinden konnte. Man wurde kreativ und konzipierte einen Film, ganz im Urbanatix-Stil. BMX-Fahrer, Tänzer oder Parcours-Spezialisten ließen sich in Bochum zu den wichtigsten Orten der Stadt treiben. Überall zeigten sie ihre Künste, ob im Westpark mit der Jahrhunderthalle, auf dem ehemaligen Opel-Gelände, im Stadion des VfL Bochum, am Planetarium, in der U-Bahn im Bermudadreieck, im Bergbaumuseum und natürlich im Schauspielhaus. Die Bühne wurde zum Vorplatz, mit Blaulicht-Einsatz. Ohne dieses passende Augenzwinkern ging es nicht. Etwas länger verweilte man auch im Musikforum, einst die Keimzelle und das Trainingszentrum von Urbanatix, heute ein Ort der klassischen Musik. Der in Abschnitten präsentierte Film bot sogar Gänsehaut, als Grönemeyers Hymne „Bochum“ kurz angerissen wurde. Kaum eine Stadt, außer vielleicht Berlin oder New York, bekam ein solch gelungene Erkennungsmelodie geschenkt.

Die Show präsentiert jede Menge international hochklassige Artistik. Ein BMX-Flatland-Fahrer ist ebenso dabei wie die schnellen Schritte der Tanzakrobaten, besonders dynamisch und gelungen in der Gruppe. Das Schwungbrett erfordert enorm viel Körperbeherrschung, wie auch die Pole-Stange. Sehr kreativ geht man mit dem Diabolo um, das Spiel mit dem Projizierten Doppelgänger. Die Poesie kommt auch nicht zu kurz. Die Live-Musik durch Schlagzeug und Cello passt hervorragend.

Der rote Faden durch das Programm ist der Tänzer Takudzwa Madaka alias T.K.. Er plädiert deutlich dafür, endlich den Rassismus stärker zu bekämpfen, den er selbst bei Besuchen bei der Ausländerbehörde spürt.

Die Show ist anders als gewohnt. Der große Saal des Schauspielhauses vermittelt eine andere Stimmung. Selbst das Publikum ist verschieden. Einige junge Fans trauen sich evtl. nicht an diesen ungewohnten Ort und die Stammbesucher des Schauspiels werden neugierig. Altes und neues Urbanatix-Publikum mischt sich. Trotzdem kommt der Geist von Urbanatix durchaus gut rüber.

Macher Christian Eggert dankte den Verantwortlichen des Schauspielhauses für das temporäre Asyl. Man ist so dankbar wieder eine Bühne zu haben und vor Publikum seine Energie herauslassen zu können. Entsprechend fiel der Jubel über die eigene Performance nach dem Abgang von der Bühne im Hintergrund aus. Man darf wieder. Training braucht eben auch eine Motivation.

Laufzeit: 8. bis 15. Dezember 2021

urbanatix.de