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Schauspiel 'Die Toten' von der Ruhrtriennale 2021 in der Jahrhunderthalle Bochum
Mit dem außergewöhnlichen Schauspiel „Die Toten“, ein Projekt nach der gleichnamigen Erzählung von James Joyce mit Texten aus „Ulysses“ und „Finnegans Wake“ präsentierte die Ruhrtriennale 2021 ein Werk in der Jahrhunderthalle Bochum, das stark auf die Texte und das Licht konzentriert war. Regie führte Intendatin Barbara Frey.

Es geht um das Leben, die Geselligkeit und den Tod. Jedes Jahr trifft man sich einmal, um gemeinsam die typisch irische Gastfreundschaft zu zelebrieren. So richtige Stimmung scheint nicht aufzukommen. Wie in einer Prozession schreiten sie ganz ruhig, singend und sprechend, durch die Kulisse, um dann an einem christlich anmutenden Abendmahl Platz zu nehmen. Alles wirkt sehr bedächtig und bedrückend. Eine leicht sakrale Stimmung ist zu vernehmen, kein ausgelassener Tanz. Es liegt jede Menge in der Luft, was nicht ausgesprochen ist. Die Gruppe kommt zusammen und trennt sich wieder. Man spricht von der Kraft des Mondes und regt andere tiefgründige Gedanken an.

Als eine Dame ihrem Ehemann beichtet, dass sie in ihrer Jugend ihren Verehrer, oder was auch immer er war, in den Tod getrieben hat, erkennt ihr Mann, dass gar nicht er es war, den sie all die Jahre liebte. Die geheime Vergangenheit ließ sie nie los, was ihren Mann dazu bewegt, auch für sich selbst klare Fakten zu schaffen, sehr tiefgründig und final.

Es ist ein sehr komplexes Stück mit zahlreichen Zwischenebenen, nachdenklich und außergewöhnich zugleich, denn die Inszenierung wirkt sehr entschleunigt und auf das Nötigste an Bühne reduziert. Dabei spielt man sehr geschickt mit der Drehbühne. Die Personen verschwinden so immer wieder im Hintergrund, um in gleißenden Spot wieder aufzutauchen. Das Licht spielt eine ganz besondere Rolle. Ort und Stück harmonierten sehr gut miteinander.

Musikalisch gab es u. a. Werke von Loreena McKennitt, Dimitri Schostakowitsch, Bert Kaempfert, Leonard Cohen oder Johann Sebastian Bach zu hören, ganz fein live an einem Klavier begleitet.

Auf der Bühne standen Klaus Brömmelmeier, Jürg Kienberger, Claudius Körber, Michael Maertens, Lisa-Katarina Meyer und Elisa Plüss, Schauspielerisch und gesanglich konnten sie alle voll überzeugen, eine klasse Leistung.

Datum: 4. September 2021

www.ruhrtriennale.de