abenteuer-ruhrpott.info Aktuelles abenteuer-ruhrpott.info
Freizeittipps
Veranstaltungen
Ausstellungen
Bücher / Musik
Kontakt
Impressum
Theaterfest '2022/2023' im Theater Oberhausen
Mit einem gelungenen Theaterfest feierte das Theater Oberhausen den Start in in die Spielzeit 2022/2023, die unter dem Motto „Gute Hoffnung“ steht. Mit Dr. Kathrin Mädler hat man eine neue und flotte Intendantin und auch sonst sind viele Dinge neu strukturiert.

Wie können wir als Gesellschaft ins Gespräch kommen? Man möchte mit den Oberhausenern ins Gespräch kommen, nach Themen suchen, die man dann auf die Bühne holt. Für die Spielzeit hat man 18 Premieren geplant, davon 12 Uraufführungen. Los geht es Ende September mit „Kissyface“, ein High-School-Drama. In einer Bühnenpräsentation stellte das künstlerische Team des Hauses alle wichtigen Stücke vor.

Führungen gab es beim Theaterfest obligatorisch. Doris Beckmann, die Verwaltungsdirektorin, übernahm die sogenannte Sanierungsführung. Seit drei Jahren ist man eifrig dabei, das Haus auf den neusten Stand zu bringen. Etwa zehn Millionen hat bereits in die Bühnentechnik, die Elektrik und den Brandschutz investiert, weitere folgen noch. Ein Ballett befindet sich zwar nicht am Haus, aber das frühere Ballettstudio, das nun als „Studio 99“ firmiert, hat man saniert. Es dient den Schauspielern und den Urban Dancers als Raum zum Aufwärmen bzw. für Proben. Drei neue Lüftungsanlagen sind installiert. Ganze drei Tage lief die Klimaanlage kurz vor dem Theaterfest, schon war sie defekt. Das Dach wurde innen für die neue Bühnentechnik verstärkt. Schließlich wurde die Steuerzentrale für das Licht komplett neu verkabelt. Insgesamt 140 Türen wurden im Haus ausgetauscht, auch wegen des Brandschutzes. Pläne hat man auch noch. Den Innenhof möchte man wie ein Gewächshaus überdachen, um ihn vielleicht auch als Bühne zu nutzen und das „Studio 99“ möchte man schallisolieren. Darunter befindet sich die „Studio“-Bühne. Bis 2026 soll alles komplett fertig sein.

Eine andere Führung hatte die Technik zum Thema. Sina Rohrlack, die technische Direktorin, übernahm diesen Part. Leider verlässt sie das Haus bald in Richtung der Kulturhauptstadt in Chemnitz 2025, wo sie die künstlerisch-technische Leitung übernimmt. Den ehemaligen Orchesterprobenraum, damals genutzt zu Zeiten des Musiktheaters, möchte man fit für Workshops und einen Greenscreen machen. Es gibt einen neuen Dimmerraum. Die 60 Jahre alte Drehbühne läuft nun leiser. Die große Bühne durfte beim Rundgang nicht fehlen, trotz des Soundchecks für die abendliche Premiere. Auch so ein Zeichen für die neue, lockere Atmosphäre im Haus. Der Bühnenboden ist neu gestrichen. Der hohe Bühnenturm hat 48 neue Züge, also Querstangen für Bühnenbilder, die nun auch elektrisch funktionieren, was die Arbeit deutlich erleichtert. Durch den Wegfall eines Treppenhauses muss man sich nun an die neue, schlechtere Akustik auf der Bühne gewöhnen. Dafür ist die Galerie als Arbeitsbühne für die Bühnenarbeiter nun breiter und komfortabler. Es fehlt aber auch hier an Fachpersonal. Ein Zwei-Schicht-Betrieb wäre wünschenswert, ist aber nicht machbar. So muss man bei den Bühnenumbauten, je nach Stück, den Spielplan so konzipieren, dass möglichst wenige Umbauten anfallen.

Insgesamt wirkt das neu strukturierte Theater Oberhausen anders als zu Zeiten von Peter Carp oder Florian Fiedler, moderner als bei Carp und weniger überdreht als bei Fiedler. Die Auswahl der Stücke ist am Puls der Zeit. Das große Engagement beim Theaterfest lässt hoffen, dass es so positiv weitergeht. Man muss es abwarten. Optisch und organisatorisch wurden einige wichtige Entscheidungen getroffen. Der unter Fiedler einst blaue „Pool“ glänzt nun wieder schick in Rot mit weiß aufgemaltem Motto und weißen Möbeln. Aus dem „Saal 2“ wird nun das „Studio“. Klingt doch beides viel einladender. Man muss auf jeden Fall einen dicken Brocken verlorenes Vertrauen zurück gewinnen, kein einfacher Job für das gesamte Team.

Datum: 10. September 2022

theater-oberhausen.de