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Vorstellung der Spielzeit 2022/2023 von Kathrin Mädler am Theater Oberhausen
Das Theater Oberhausen hat seine neue Intendantin Dr. Kathrin Mädler und ihr Team für die Spielzeit 2022/2023 vorgestellt. Man hat sich sich 18 Produktionen, darunter 12 Uraufführungen, vorgenommen. Auch das junge Theater soll gestärkt sowie die Oberhausener mitgenommen werden.

Es ist ein Konzept, das sich vornehmlich an die am Theater interessierten Gäste aus Oberhausen richtet. Besucher aus Nachbarstädten oder weiter weg sind aber trotzdem sehr willkommen. Das überregionale Strahlen überlässt man sehr bodenständig der Sonne. Kathrin Mädler, geboren 1976, verzichtet in offiziellen Statements sogar auf ihren Doktortitel. Die neue Chefin kommt aus Memmingen und hat Erfahrung in der Leitung eines Theaters, was man bei der Vorstellung der Spielzeit auch merkte. Das Programm wirkt reif und aktuell. Sie weiß was sie möchte und was man von einem modernen Stadttheater verlangt. Themen wie der Paragraf 218, Frauenrechte, eine gleichgeschlechtliche Liebe zweier Profifußballer bei Real Madrid, das Trauma von Hanau, soziale Ungerechtigkeiten gesellschaftlicher Schichten, Umweltthemen mit scheinbar utopischen Lösungsansätzen, die Kapitalisierung der Freundschaft oder ein Rückblick auf Leni Riefenstahl sind nur ein paar spannende Themen. Dabei ist das Spielzeitthema „Gute Hoffnung“ ein bewusst zaghaft optimistischer Impuls, den man vermitteln möchte. Die Zeiten sind kompliziert, für die Bevölkerung und die Theatermacher. Wie kann die Welt eine andere sein? Aspekte wie Diversität, Vielfalt oder innerbetriebliche Hierarchien werden als selbstverständlich angesehen und in kein betontes Programmdogma gepresst, wie bei Mädlers Vorgänger Florian Fiedler. Man konzentriert sich lieber auf die Inhalte, als auf die Strukturen. Gut so.

Was wird die Besucher im Theater Oberhausen noch erwarten? Es gibt ein „Open House“ und ein „Junges Theater“, geleitet von Chefdramaturgin Dr. Saskia Zinsser-Krys und Anne Verena Freybott, die Kathrin Mädler in der Leitung des Hauses kreativ unterstützen. Alle Bürger und Interessierte sind eingeladen das Haus mitzugestalten. Aus dem blauen „Pool“ wird wieder eine rote „Bar“ als Ort des Zusammenkommens für alle Interessierten. Das Haus wird wieder für allerlei Events gemütlich hergerichtet. Man erinnert sich noch immer gerne am sehr nette Premierenfeiern in der „Bar“ in der Ära von Peter Carp. Aus dem „Saal 2“ wird nun das „Studio“, eine sehr gute Entscheidung. Die Jugend bekommt so eine größere Bedeutung als zuletzt. Der Kontakt zu Schulen wird fortgeführt. Man möchte hinaus in den Stadtraum. Inszenierungen an externen Orten und fahrendes Theatermobil sind geplant. Ganz neu sind Theaterführungen hinter die Kulissen.

Das 19köpfige Ensemble wurde relativ kräftig durchgemischt, wobei sechs bisherige SchauspielerInnen nach persönlichen Gesprächen mit Kathrin Mädler für gut befunden und übernommen wurden. Sie legt großen Wert auf charakterstarke Typen, die handwerklich überzeugen können und und sich leidenschaftlich ins Team einbringen. Wiedersehen wird man Torsten Bauer, Susanne Burkhard, Ronja Oppelt, Daniel Rothaug, Klaus Zwick sowie die seit 2021 am Haus tätige Samia Dauenhauer. Hier hat die Chemie mit der neuen Leitung menschlich und fachlich gepasst. Acht AkteurInnen bringt Kathrin Mädler aus Schwaben mit, zwei kommen aus Ostdeutschland und es wird wieder eine talentierte Schauspielschülerin aus der Schweiz geben, die mit eingebunden wird. Mit Emilia Reichenbach hatte man zuletzt sehr gute Erfahrungen gemacht. Viele neue SchauspielerInnen kennen das Ruhrgebiet recht gut, weil sie hier aufgewachsen sind, Gastspiele in der Gegend hatten oder an der Folkwang-Schule Schauspiel studiert haben. Nur wenige sind völlig neu im Ruhrgebiet. Kathrin Mädler hat sich ihr Wunsch-Ensemble mit jeweils neun Schauspielerinnen und Schauspielern zusammengestellt, ergänzt durch eine weitere, weibliche Person.

Baulich wird sich bis 2025 einiges verändern. Das Theater wird mit sehr großzügigen Fördermitteln des Bundes barrierefrei umgebaut. Hörgeschädigte bekommen eine moderne Soundanlage und Blindenhunde samt ihrer Herrchen sind bald willkommene Gäste im Haus. Das Eingangsportal bekommt ein Stadtfenster. Auch in Sachen Nachhaltigkeit wird sich viel tun, nur eben nicht alles sofort.

Hervorzuheben ist auf jeden Fall das neue Erscheinungsbild des Hauses, inklusive einem neuen Logo. Dieses besteht aus einem Herz und einem darin eingebetteten Stern. Der Künstler und Grafiker Götz Gramlich zeichnet dafür verantwortlich. Erste sehr gelungene Entwürfe kann man dem schön gestalteten Spielzeitheft oder der hervorragend gestalteten neuen Webseite entnehmen. Stilistisch wird jeder seine eigenen Assoziationen entwickeln.

Man darf sehr hoffnungsfroh sein, im Theater Oberhausen ab dem Sommer wieder spannende Theaterveranstaltungen zu erleben, ob im großen Haus, in der „Bar“, im „Studio“ oder im Stadtraum. Die Vorstellung der kommenden Spielzeit macht personell und inhaltlich einen guten Eindruck. Man kann bereits Theater-Abos online erwerben.

Datum: 27. April 2022

gutehoffnung.theater-oberhausen.de (neue Webseite)