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Messe 'Techno Classica' 2022 in der Messe Essen
Endlich ist sie wieder da, die „Techno Classica“ in der Messe Essen. Besucher und Anbieter sind hungrig nach schönen Kurven und alten Schätzchen. Über 2.700 historische Fahrzeuge sind in den Messehallen zu erleben.

Oldtimer haben eine große Faszination. Ihr Äußeres macht die Marken und Modelle oftmals prägnant, im Gegensatz zu heutigen Modellen. Für viele Menschen haben diese alten Fahrzeuge zudem den Vorteil, auch mal technisch selber Hand anlegen zu können, ohne ein Analyse-Laptop zur Hand nehmen zu müssen. Schließlich ist es auch der Sound der Motoren, die früher oft einfach besser klangen. Allgemein wird dem surrenden E-Antrieb auf der Messe keine große Zukunft prognostiziert. Er gilt als unausgereift und inkonsequent, wird als eine politisch motivierte Phase bezeichnet. Die Pläne für Wasserstoffantriebe sollen bei deutschen Herstellern längst fertig in der Schublade liegen. Man wartet nur noch auf das Go.

Die aktuelle Stimmung zur Lage an den Tankstellen ist ebenfalls zu vernehmen. Das Vertrauen in die Krisenpolitik der Bundesregierung in Sachen Benzin und Diesel ist nicht besonders hoch. Die Experten blicken sehr skeptisch in die Zukunft und warten auf eine spürbare, steuerliche Entlastung direkt an den Zapfsäulen. Schöne alte Modelle von Zapfanlagen, teilweise aus den 20er-Jahren, findet man ganz nebenbei sehr schön als Dekoartikel fürs Heim.

Bei der Preisentwicklung der Autos hat sich nicht viel verändert. Die Preise sind in den letzten drei bis vier Jahren etwas gefallen. Der Markt hat sich bereinigt und die Blase ist kleiner geworden. Spezielle Modelle steigen trotzdem enorm, z.B. bei bestimmten Farben oder seltenen Ferraris. Vorkriegsmodelle und 50er Jahre-Autos sind eher weniger gefragt. Die 80er kommen auf! Ein gut erhaltener Audi Quattro kann eine halbe Million kosten, auch die 80er BMWs sind stark gefragt. Ein schicker BMW 635 CSI ist nicht mehr nicht günstig. Die Auswahl an polierten Porsche- und Mercedes-Fahrzeugen ist wie immer riesig, auch wenn es dieses Jahr keine eigenen Werksstände von VW und Mercedes gibt. Eine ordentliche Restaurierung eines frühen Porsche kann schnell mal 250.000 Euro kosten, plus das Auto. Echte Hingucker sind wie immer die Modelle Corvette C1 bis maximal C3. Ab 100.000 Euro geht es bei einer C1 los.

Besondere Fahrzeuge sind das Salz in der Suppe einer solchen Messe. Ein Ferrari 365 GTB/4 Daytona, das einzige Straßenfahrzeug dieser Baureihe aus Aluminium, wird als exklusiver Scheunenfund präsentiert, natürlich ohne Preisangabe. Promiautos findet man hier und da, z.B. einen Ferrari Testarossa F 512 von Radrennfahrer Dietrich Thurau, eine umgebaute und gepanzerte Mercedes-Limousine von Ex-Tengelmann-Chef Erivan Haub, Formel 1-Renner von Nigel Mansell oder Kimi Raikkönen sowie einen Rennwagen von Fangio. Echte Powermaschinen gibt es. Einen Peugeot-Rallye-Weltmeister ist für mindestens eine Million Euro zu haben, einige Interessenten inklusive, direkt neben 200 km/h starken Wüstenmotorrädern oder anderen Rennfahrzeugen. 75 Jahre Ferrari werden mit einer kleinen Sonderausstellung gefeiert.

Seltene Automarken wie Tatra, Veritas, Fuldamobil, DAF, Volvo oder Renault Alpine findet man hier und da, wie auch Autoclubs mit engagierten Liebhabern der Modelle VW Polo, Fiat 500, Isetta, usw.. Kleine, günstige Alltagsoldtimer sind fast verschwunden, selbst der VW Golf. Kein einziger Trabi ist zu sehen, eher elegante, sportliche und extravagante Modelle.

Von Besuchern gut frequentiert wird das Bullimuseum aus Gelsenkirchen. Hier war man zwar auf das rege Besucherinteresse nicht vorbereitet, zeigt man u. a. alte und topp restaurierte Bullis der Post oder der Hamburger Polizei, inklusive Blaulicht. Preise für VW-Bullis betrachtet man hier als viel zu hoch, in Essen zwischen 50.000 und 160.000 Euro, also kaum erschwinglich, trotz wenig Komfort und dem Gefühl alter Technik. Gute Motoren sind um die 4.000 Euro teuer, obwohl der Motor hinten platziert ist und wenig Leistung bietet. Der Ford Transit war ihrer Meinung nach besser konstruiert, hat die Zeit aber nicht überlebt.

Als besonders exklusives Schmankerl findet man ein französisches Projekt, ein abenteuerliches Citroen-Wüstenfahrzeug von 1922 mit 25 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, mit einem hinteren Kettenantrieb auf Gummibasis. 50.000 Arbeitsstunden von Studierenden stecken in diesem irren Projekt. Man hat es in der originalen Farbe von damals weiß lackiert, hat aus damaligen Planzeichnungen und Fotos umfangreiche neue erstellt, es neu konstruiert und den alten Motor und die Scheinwerfer restauriert. Das Ergebnis ist sehr beeindruckend.

Als Museen präsentieren sich mit schönen Fahrzeugen das Museum Speyer und der PS-Speicher aus Einbeck, nach eigenen Angaben Deutschlands größtes Oldtimer-Museum. Der 85jähriger Sammler ist noch aktiv dabei. Sotheby's ist da, wie auch historische ADAC-Fahrzeuge. Neugierige Blicke unter die Motorhauben sind an vielen Ständen erlaubt und sorgen hier und da sofort für Aufsehen, wie z.B. bei einem Mercedes Benz SLR McLaren Stirling Moss. Manchmal lockt sogar ein satt laufender Motor eines edlen Sportwagens.

Freunde richtig schöner Autoträume finden auf der „Techno Classica“ in Essen jede Menge rassiger Hingucker. Die gute, alte Zeit der Automobile wird hier wieder lebendig.

Laufzeit: 23. bis 27. März 2022

Abschlussbericht
www.messe-essen.de