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'Frank Sinatra Story' im Theater im Rathaus in Essen
Frank Sinatra war einer der größten Künstler des 20. Jahrhunderts. Christoph Schobesberger & Band bringen im Theater im Rathaus in Essen seine Songs und seine Lebensgeschichte in der „Frank Sinatra Story“ sehenswert auf die Bühne.

Als Frank Sinatra am 12. Dezember 1915 in New Jersey als Kind italienischer Einwanderer das Licht der Welt erblickte, da ahnte noch niemand, dass er eines Tages in die Musikgeschichte eingehen wird und weltweite Shows ihn postum huldigen. Nach einigen Hilfsjobs fand er einen Job als Sänger in einer Big Band, wurde sogar vom damals sehr berühmten Tommy Dorsey abgeworben und machte anschließend eine große Solokarriere, allerdings nicht ohne Tiefen, privat und künstlerisch, zu erleiden. Er stand jedoch immer wieder auf und bis 1995 auf der Bühne, ehe er 1998 verstarb.

Christoph Schobesberger hat nicht nur ähnliche Gesichtszüge, sondern auch eine Stimme, die der Frank Sinatras ziemlich nahe kommt. Wahrscheinlich hatte niemand im Saal das Glück, den echten Sinatra einmal live zu erleben. So wurde es keine Kopie des großen Stars, sondern eine Interpretation eines Weltstars, der ein extrem bewegtes Leben lebte, das in zwei Stunden niemals vollständig erzählt werden kann. Christoph Schobesberger pickt sich die am meisten interessanten Geschichten heraus und bettet sie in eine Auswahl seiner über 1.000 Songs ein. Anekdoten gibt es reichlich. Nach einem Treffen mit Lucky Luciano 1945 auf Kuba wurde ihm seine Nähe zur Mafia lebenslang zum Verhängnis. Kennedy nutzte seine Unterwelt-Kontakte, um US-Präsident zu werden und Tommy Dorsey wurde so zur Auflösung des Arbeitsvertrags genötigt, mit einem Colt im Mund. Sinatra hatte einflussreiche Freunde, die keine Skrupel kannten. Die Liste der Mrs. Sinatras ist lang, von Nancy Sinatra, über Judy Garland, Marilyn Monroe, Ava Gardner, Mia Farrow und anderen. Treue war ihm ein Fremdwort.

Sein Ruhm wird auf der Bühne sehr deutlich aufgezeigt, ohne seine Alkoholeskapaden als billigen Runnig-Gag zu verkaufen. Christoph Schobesberger nippt mal ab und an am Glas, Sinatras Leben und die Musik sind wichtiger. Mit im Programm sind natürlich Hits wie „True Love“, Leroy Brown“, „I've got you under my skin“, „Fly me to the moon“, „New York, New York“, „The lady was a trump“, Girl from Ipanema“, „Streangers in the night“, „Something stupid“, „Cry me a river“, „Mack, the knife“ oder „Everybody love somebody“, die Hymne von Dean Martin. Das Rat Pack taucht nur am Rande auf.

Ein großes Lob geht auch an die Band Jürgen Beyer (Klavier), Thomas Wegel (Kontrabass), Dieter Erhardt (Schlagzeug) und Bandleader Axel Glenn Müller (Sax/Klarinette/Querflöte). Sehr gefühlvoll entführen sie in längst vergangene Jahrzehnte, in der Superstars längst nicht so opulent auftraten wie heute. Gesanglich unterstützt Lynne Ann Williams gesanglich den Abend.

Wie gut, dass Frank Sinatra nicht nach 30 Jahren Bühne 1971 Wort gehalten hat und abgetreten ist. Er wäre, trotz seiner über 60 Filme und einem Oscar, nur eine Episode gewesen. Es packte ihn schnell wieder. Von 1973 bis 1995 tourte er mit Revival-Tourneen und die Welt. Ansonsten wäre aus ihm wohl kaum „Old blue eyes“ geworden, mit dem man 2021 immer noch Theater füllt. Der Abend präsentiert ein schillerndes Leben, das voller spannender Geschichten ist.

Datum: 29. Dezember 2021

theater-im-rathaus.de