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Messe 'Shipping Technics Logistics' 2021 in der Messe Kalkar
Einen sehr guten Überblick über die Situation in der Binnenschiffahrt hatte man auf der „Shipping Technics Logistics" (STL) in der Messe Kalkar. Motorenhersteller, Zuliefererbetriebe, Schiffsausstatter und artverwandte Unternehmen waren vor Ort, um sich gegenseitig und mit Besuchern auszutauschen.

Auch diese Branche ist in einem spürbaren Wandel. Der Klimawandel und die Energiewende trifft auch die Binnenschifffahrt. So wird der Diesel weiter Bestand haben, doch er lässt sich auch so sehr umrüsten, dass man die Abgase einatmen kann, reines Kohlendioxid. Man müsste nur die Filter wechseln. Leider hat nicht jeder Schiffseigner ein so großes Umweltbewusstsein. E-Antriebe sind im kommen, allerdings nur für kleinere Schiffe mit kürzeren Strecken. Landstrom wäre kein Problem, aber die Geschwindigkeit muss reduziert werden, was beim Linienverkehr schwierig ist. Dabei ist der Neubau von modernen Schiffen einfacher als die Umrüstung alter Schiffe, in denen oft der Platz für ausreichende Batterien fehlt.

Das autonom fahrende Schiff ist schon länger in der Diskussion, aber es bedarf noch einige Zeit der Umsetzung. Man nutzt neue Fahrassistenten heute durchaus schon. Der vollständig selbstständige Autopilot ist auf dem Schiff noch Zukunftsmusik. Ein wichtiger Aspekt ist jedoch der Ausbau und die Infrastruktur des Kanalnetzes und der Schleusen. Hier nimmt der Bund viel Geld in die Hand, um die Wasserstraßen attraktiver zu gestalten. Schiffsnamen am Bug werden übrigens aus Kunststoff gefräst und angeklebt.

Eine kleine Wissenschaft für sich sind die Anstriche der Schiffe, egal ob außen, an Deck oder im Maschinenraum. Jede Farbe ist grundsätzlich zu mischen, egal wo das Schiff gebaut wurde. Auch die Fenster benötigen, je nach Höhe über der Wasserkante, besondere Anforderungen.

Was den Nachwuchs betrifft, so gibt es Ausbildungsinitiativen, die die jungen Leute zentral anstellen und schulen, um sie für die Praxis an Bord an jeweilige Schiffseigner zu vermitteln. Dabei profitiert man zugleich von Ideen und Problemen anderer Ausbildungsberufe und tauscht sich aus.

Spannende Informationen gab es am Stand des Deutschen Binnenschifffahrtsmuseum aus Duisburg. An Bord eines damaligen Dampfschiffs mochte man lieber nicht sein. Es war ein harter und entbehrungsreicher Job, bis der Diesel kam, womit man wieder bei der heutigen Ausgangslage ist.

Datum: 21. bis 22. September 2021

www.shipping-technics-logistics.de