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Konzert von Santiano am 22. September 2022 in der Köln-Arena.
Santiano ist auf Tour. In der Köln-Arena begeisterten sie ihre Fans mit einem klasse Konzert, spielfreudig und gut aufgelegt. Die mittlerweile altersmäßig reifen Musiker spielten einen Mix aus alten Hits und neuen Klängen.

Es ging auf eine Reise ans Ende der Welt, irgendwo Richtig Island oder noch nördlicher. Einfach mal raus aus dem aktuell recht nervigen Alltag an Land, das war das passende Motto: „Wenn die Kälte kommt“. Sie wird in viele Wohnungen kriechen, aber an diesem Abend wurde einem das Herz warm. Die raue See schwappte nach Köln und Blitze zucken auf der riesigen LED-Leinwand durch die bedrohlichen Wolken. Optisch hatte die Bühne schön animierte Grafiken zu bieten, abwechselnd mit gut komponiertem Licht. Zwischenzeitlich regnete es goldene Fäden oder es schneite in den vorderen Reihen.

Musikalisch war die Setliste so, wie man sie erwartet hatte, überwiegend rockig und voller Pathos. Echte Männer tanzen mit ihrem Schiff auf bedrohlichen Wellen, um ihr fernes Ziel, todesmutig und den Sensenmann immer im Blick, doch zu erreichen. Ganz alte Hits wie „Salz auf der Haut“, „Gott muss ein Seemann sein“, „Californio“, „Es gibt nur Wasser“ oder „Santiano“ waren da natürlich im Gepäck. Besonders in der letzten Dreiviertelstunde waren das die Töne, die die Halle zur echten Partyzone machten. Textsicher waren die meisten. Sitzen war verboten, außer man hatte sich im Konzert vertan. Die Leute gab es auch. Wer Santiano nur aus dem TV kennt und sie dann live erlebt, der merkt die Unterschiede. Live ist es lauter und rockiger. Dazu gehörten ebenfalls die Songs des vorletzten Albums wie „Liekendeeler“, „Wir für euch und ihr für uns“, „Doch ich weiß es“, „Hoorey for Whiskey“, „Ich bring dich heim“ oder „Unsere Lieder werden bleiben“. Letzteres war auch eine leicht melancholische Anspielung an das eigene Alter. Die Jungs haben mittlerweile teilweise weiße Bärte, sind aber noch immer gut in Schuss. Auch Pete an der Fiddle sprühte vor Lust. Seinen „Wellerman“ wurde im Chor mitgesungen.

Zwischendurch gab es immer wieder sinnvolle Botschaften von der Bühne. Es ging um demokratische Werte oder um Dankbarkeit. Rund 1.000 Tage haben sie nicht mehr in Köln spielen können, ihre Fans nicht glücklich machen können. Man ist sich gegenseitig treu geblieben. Dafür sind auch so erfolgreiche Musiker sehr dankbar. Man warnte vor rassistischen Tendenzen und Umweltproblemen. Santiano kooperiert mit dem so wunderbaren Arved Fuchs. Zusammenhalt wurde als ein ganz wichtiges Ziel für unsere Gemeinschaft ausgegeben.

Natürlich waren die Songs des aktuellen Albums im Gepäck. „Nichts als Horizonte“, „Heeve ho“, „Das ist eure Zeit“, der Mutmachersong „Steh auf“, „Nicht umsonst gelebt“, „Was du liebst“, „Wenn die Kälte kommt“ oder der Superhit „Graubart“. Hier waren nicht alle textsicher. Das Album fiel mitten in die Pandemie. Es wurde nicht von allen wahrgenommen und gab keine Konzerte. Es ist und bleibt aber ein tolles Album mit echten Ohrwürmern.

Zwischendurch gab es, neben den Vollgas-Passagen, auch mal etwas Melancholie und ruhige Töne. Dann wurde die Arena spontan zu einem Lichtermeer aus Handys. Die rauen Jungs können auch ganz sensibel. Am Schluss gab es traditionell einen Klassiker. Wenn Santiano „Hoch im Norden“ anstimmen, dann weiß man, das dies der letzte Song ist. Es war ihnen gegönnt. Ihre Stimmbänder werden arg strapaziert. Es war ein großartiges Konzert mit spielfreudigen Männern auf der Bühne und einem gut aufgelegten Publikum. Die Arena fühlte sich an diesem Abend ausgesprochen gut an.

Datum: 22. September 2022

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