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Konzert 'Wenn die Kälte kommt' mit Santiano in der Westfalenhalle Dortmund
Santiano ist zurück auf der Bühne. Das Konzert in der Dortmunder Westfalenhalle war das zweite der laufenden Tour, nach zweieinhalb Jahren erzwungener Pause. Auch nach gut zehn Jahren live vor ihren Fans haben sie in Dortmund überzeugen können, mit alten und neuen Songs.

Sie sind mit ihren Fans älter geworden und darauf sind sie stolz. Die große Fangemeinde ist ihnen noch immer treu. Erklingen die ersten Töne alter Hits, so merkt man das auch in der Halle. Die Lautstärke steigt. Egal ob „Es gibt nur Wasser“, „Der Alte und das Meer“, „Mädchen von Haithabu“, „Auf nach Californio“, „Wir für euch und ihr für uns“, „Könnt ihr mich hören“, „Gott muss ein Seemann sein“, Liekedeeler“, „Ich bring dich heim“ oder das „Salz auf der Haut“, die Fans waren stand- und textsicher. Der Bandsong „Santiano“ war natürlich ebenso im Gepäck wie „Hooray for Whiskey“. Zum Tourstart hatte sich allerdings Hans-Timm „Timsen“ Hinrichsen krank gemeldet. Für ihn flitzte Axel Stosberg ständig über die Bühne und auch Frontmann Björn Both übernahm hier und da einen seiner Gesangsparts. Man konnte es relativ gut kompensieren, leider nicht ganz.

Mit ab Bord hatten sie selbstverständlich ihr aktuelles Album „Wenn die Kälte kommt“. Die Halle war gut temperiert und frieren musste keiner, aber auch dieses während der Pandemie entstandene Album hat die Eigenschaft, dass es gar nicht so gut bekannt ist. Die Fans hatten wahrscheinlich andere Sorgen und Gedanken, als sich um neue Musik zu kümmern. Man nahm die Songs in Dortmund überwiegend im Sitzmodus wahr. Keine typische Santiano-Party! Dabei sind die neuen Töne wirklich sehr gut arrangiert, gut rockig und konzeptionell stimmig. Neben dem Titelsong präsentierten sie, bis auf einen plattdeutschen Song und ein intrumentales Solo von Pete, alle Kompositionen. Klar, der „Wellerman“, live mit Nathan Evans auf der Bühne, riss die Fans von den Stühlen. Mit „Ein Leben lang“ verbinden viele Fans offenbar die Erinnerung an verstorbene Angehörige. Zahlreiche Handy bildeten ein Lichtermeer. Beim wahrscheinlich besten Song des neuen Albums, „Graubart“, merkte man Björn Both an, wie sehr auch er ihn mag, mit purem Pathos und voller Kraft voraus durch die höchsten Wellenberge. Saugute Töne, auch live auf der Bühne!

Zwei Songs hatten einen besonderen Hintergrund. Mit „Garten Eden“ erinnern Santiano an ihre Zusammenarbeit mit dem wunderbaren Arved Fuchs. Sie unterstützen ihn bei seiner Aktion „Ocean Change“, zur Rettung der Meere. „Lieder der Freiheit“ bekam eine besondere Widmung. Der Song wurde unter großem Applaus den Menschen in der Ukraine gewidmet.

Mit dem altbewährtem Hit „Hoch im Norden“ schickten sie die Fans nach knapp 200 Minuten wieder an Land. Die Tour über tosende Wellen und durch schwere Stürme war vorbei. Zwei, drei ältere Hits hätten es gerne noch sein dürfen, um den Abend komplett abzurunden. Keine „Marie“ und keine „Kaperfahrt“! Irgendwie fehlte noch etwas für die ganz große Party mit Fanchor. Die gut gefüllte Westfalenhalle, nur der oberste Rang war leer, erlebte aber auch so einen klasse Abend mit viel Fernweh, überwiegend rockigen Shantys und Jungs, die froh waren, endlich wieder Töne spucken zu können. Der Feinschliff wird bei den nächsten Stationen noch folgen.

Übrigens, „Empfohlen“ wurde das Tragen einer Hygienemaske während des Konzerts. Das Ergebnis kann man sich zu über 99% denken.

Datum: 20. April 2022

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