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'Birkenau“-Zyklus' von Gerhard Richter im K21 in Düsseldorf
Die Kunstsammlung NRW zeigt im K21 Gerhard Richters „Birkenau“-Zyklus von 2014 sowie weitere Arbeiten der letzten Jahre.

Im nächsten Jahr feiert der bedeutendste, zeitgenössische, deutsche Maler seinen 90. Geburtstag, Zeit, sein Lebenswerk zu ordnen und der Nachwelt zu präsentieren. So war es sein eigener Wunsch, den „Birkenau“-Zyklus noch einmal in Düsseldorf zu zeigen, wo er über 20 Jahre lang wirkte und lebte. Er wird demnächst dauerhaft in Berlin zu sehen sein.

Grundlage waren vier Fotografien zugrunde, die von Häftlingen eines Sonderkommandos des KZ Auschwitz-Birkenau heimlich und unter Lebensgefahr aufgenommen wurden. Es sind die einzigen vier Fotos. Die Kamera hatte man eingeschmuggelt. Sie zeigen das Verbrennen von toten Häftlingen unter freiem Himmel sowie Frauen auf einem Marsch, vermutlich in den Tod. Lange hat Gerhard Richter versucht dieses sehr schwierige Thema künstlerisch zu bearbeiten, ist aber immer wieder gescheitert. Erst 2013 nahm er sich dem Thema final an, um es 2014 umzusetzen. Zunächst drehte er die Bilder um 90° und bearbeitete sie mit Grafit, wie auch bereits den RAF-Zyklus. Das Ergebnis war unbefriedigend. Wie kann man ein solches Thema abbilden? Ist es überhaupt möglich? Richter übermalte die Werkgruppe in seinem typischen Rakel-Stil mit Grau, Schwarz, Weiß, Braun, Rot und Grün. So abstrakt beendete er dann seine schwierige Auseinandersetzung mit diesem Thema. Den vier Arbeiten ist ein großer, grauer Spiegel gegenüber gesetzt. Über die Farbwirkungen darf sich jeder selbst Gedanken machen.

Eingeleitet wird die Ausstellung von zwei Räumen mit übermalten Fotos (2015) sowie Zeichnungen von 2020/2021. Die Fotos im Format 10 x 15 cm zeigen Museumsbesuche, Reisemotive oder Eindrücke von Spaziergängen. Sehr fein hat er ihnen neue farbliche Konturen verliehen. Teilweise haben die Werke japanische Einflüsse. Im zweiten Raum entdeckt man Zeichnungen, angefertigt mit Bleistift, Ölkreide und Tusche. Auch hier merkt man, dass die Arbeitsweise Hand und Fuß hat. Die kleinformatigen Arbeiten der letzten Jahre können sich sehr gut sehen lassen.

Laufzeit: 18. Dezember 2021 bis 24. April 2022

www.kunstsammlung.de