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Komödie 'Monsieur Pierre geht online' im Theater im Rathaus in Essen
Mit der sehr schönen Komödie „Monsieur Pierre geht online“ von Folke Braband präsentiert das Theater im Rathaus in Essen einen Stoff, der sich um die Reize des Internets sowie die Einsamkeit oder Lust im Alter dreht. In den Hauptrollen erlebt man Christian Wolff und seinen Sohn Patrick. Regie führte Horst Johanning.

Pierre (Christian Wolff) ist 83, war 50 Jahre verheiratet und hat seit dem Tod seiner Frau vor zwei Jahren die Wohnung nicht mehr verlassen. In der Küche schimmelt alles vor sich hin und der Alkohol ist sein bester Freund. Seine Tochter Sylvie (Daniela Wutte) macht sich Sorgen. Sie schickt ihm Alex (Patrick Wolff), den Freund ihrer Tochter Juliette (Julia Gröbl), um ihm die Welt des Webs näher zu bringen. Der Grundkurs fruchtet auch ganz gut. Skypen geht schnell, doch die Anonymität eines Datingportals weckt besonders das Interesse des alten Herrn. Aus 83 Jahren werden 38 Jahre. Es dauert nicht lange, bis die junge, hübsche Flora (Katharina Schmidt) an der Angel ist, charmante Wortwechsel per Mail inklusive. Doch was macht man nur, als Flora ein Treffen wünscht? Alex muss für Pierre ran und überzeugt die junge Dame von sich, was kniffelige Folgen in alle Richtungen hat. Der arme Alex ist wirklich nicht zu beneiden, oder etwa doch?

Es ist ein Stück, das sehr schön aktuelle Themen aufgreift. Der rasante Technikfortschritt überfordert nicht nur Senioren. Digitale Kommunikation ist nicht immer einfach. Wem kann man auf einer Dating-Plattform vertrauen? Das Alter steht im Mittelpunkt. Trauer über den Verlust des Partners oder der Partnerin führt nicht selten zu Einsamkeit und dem Trostspender Alkohol. Die tägliche Pillendosis vieler Senioren macht Pharmahersteller wohlhabend. Tochter Juliette ist genau in dieser Branche beruflich tätig. Querverbindungen zwischen einzelnen Personen sind hintergründig zu erkennen. Auch bei Pierre und Alex. Da trifft der alte Charmeur auf den erfolglosen Drehbuchautoren. Beide spielen mit wohl gewählten Worten. Selbst bei Alex und Flora sind auf den ersten Blick schicksalhafte Gemeinsamkeiten zu erkennen.

Immer wieder kommt es zu spannenden Situationen, in denen der eine nicht weiß, was der andere vorher kommuniziert hat. Als Pierre nach über zwei Jahren das erste Mal das Haus verlässt, wachsen die Sorgen bei Sylvie. Wo will er hin? Warum ist das seine Privatsphäre? Die Geschichte wird sehr geschickt gesponnen, bis aus dem Nebel klare Verhältnisse werden und natürlich bekommt jeder sein Deckelchen. Wenn es mit der Liebe immer nur so einfach wäre.

Datum: 17. März 2022
Laufzeit: 17. März bis 17. April

theater-im-rathaus.de