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5. Niederrheinische Tourismustag 2022 auf Schloss Hertefeld in Weeze
Auf Schloss Hertefeld in Weeze fand der 5. Niederrheinische Tourismustag statt. Der Niederrhein ist auf dem Weg zu einer immer bekannter werdenden Marke, die den Radtourismus in den Fokus stellt. Was eine Marke ausmacht und wie man sich auf die aktuell sehr wandelnden Anforderungen der Gäste einstellt, wurde von lokalen und internationalen Experten erörtert.

Referenten auf der Bühne waren Georg Koenen (Bürgermeister Weeze), Dr. Heike Döll-König (Geschäftsführerin Tourismus NRW e.V.), Martina Baumgärtner (Geschäftsführerin Niederrhein Tourismus) sowie Andreas Reiter (Zukunftsbüro Wien) und Silke Gorißen (Landrätin des Kreises Kleve, Aufsichtsratsvorsitzende Niederrhein Tourismus). Friedrich Graf zu Eulenburg, der Hausherr im Schloss Hertefeld, begrüßte die Gäste ebenso, wie Moderator Ulli Potofski, der sogar vor einiger Zeit an den Niederrhein gezogen ist.

Die Menschen wollen wieder raus und dürfen es auch wieder. Am Niederrhein zählte man 2019 stolze 2,4 Mio. Übernachtungen. Es folgte die Pandemie, gefolgt von multiplen Krisen. Trotzdem möchte man an diese Zahlen wieder anknüpfen und sie mit an segmentierte Zielgruppen gerechten Angeboten locken. Man beobachtet, dass eine entspannte Reise vor der Haustür sehr beliebt geworden ist. Dabei muss es gar nicht das große Festival sein. Das Mikro-Erlebnis zählt für viele immer mehr. Natur und Genuss spielen dabei eine wichtige Rolle. Man möchte weg von Best-Ager auf dem Rad und hin zu jüngeren Zielgruppen, die insbesondere an Themen wie Nachhaltigkeit, Ökologie oder Digitalisierung interessiert sind. Tiny Houses, Baumhäuser oder Hausboote findet man als Unterkünfte am Niederrhein. Die hier erfolgreichen Online-Klickzahlen und Vermietungen sprechen Bände.

Was ist eine Marke? Man kann sie als ein positives Vorurteil definieren. Am Niederrhein lautet der Slogan „So gut. So weit.". Man wirbt mit dem NiederrheinRad und dem Erlebnis Radwandertag. Für eine Markenbildung sollte man sich auf einzelne Inhalte konzentrieren und diese umfassend leben. Dazu gehören neben Orten auch Werte, Symbole, Menschen und Rituale. Nur ohne ein sonst verbreitetes Kirchturmdenken kann man eine Marke tatsächlich leben. Kommunen müssen gemeinsam als Region auftreten. Jeder Mitarbeiter in einem Betrieb sollte die Kernelemente einer regionalen Marke verinnerlichen. Häufig fehlt es allerdings an genug fachkundigem Personal, besonders in der Gastronomie und Hotellerie. Es gibt schon Beispiele, wo sich innerhalb einer Branche mehrere Betriebe zusammentun und einen Personalpool bilden. Das funktioniert selbst branchenübergreifend. Der Bühnentechniker der Salzburger Festspiele arbeitet im Winter bei den Bergbahnen. Die Vier-Stunden-Woche wird diskutiert, wie auch bezahlter Freizeitausgleich für schließlich zufriedene und motivierte Mitarbeiter. Der Fachkräftemangel erfordert kreatives Denken, denn die Ressourcen werden knapper, nicht nur beim Personal. Steigende Preise lassen die Entscheidung für eine Reise und ein Reiseziel bewusster werden. Man prognostiziert, dass die untere Mittelschicht als Zielgruppe für Reiseanbieter wegbricht. Zu hohe Energiekosten, astronomische Benzinpreise und rasant steigende Lebenshaltungskosten fressen das Freizeitbudget auf. Die Erosion der gesellschaftlichen Mitte trifft auch den Tourismus.

Was hat man für Pläne? Weiterhin wird man auf diversen Freizeit- und Reisemessen die Fahne des Niederrheins hochhalten. Man plant erweiterte digitale Aktivitäten und möchte den niedergermanischen Limes in Xanten als UNESCO-Weltkulturerbe stärker hervorheben.

Noch ein paar Worte zum Ort. Das Schloss Hertefeld wird dieses Jahr 700 Jahre alt. Friedrich Graf zu Eulenburg ist mittlerweile die 23. Generation. Er war es auch, der die Schlossruine mit sehr viel Einsatz vor 15 Jahren zu einer bewohnten Teilruine wieder erblühen ließ. 1945 steckten deutsche Soldaten das Schloss in Brand. Heute präsentiert es sich hinter alten Mauern herrschaftlich-modern. Der 50.000 qm große Schlosspark liegt direkt an der Niers und ist bei Brautpaaren beliebt. Es gibt mehrere Suiten und Doppelzimmer. Eine Hochzeitsfeier mit 50 bis 90 Personen ist allerdings nicht für unter 10.000 Euro zu bekommen. Dafür schläft man aber auch in einem Doppelbett direkt unter einem großen Schiebedach mit Blick auf den Honeymoon am Himmel. Günstiger wird es im betriebseigenen Tierparkhotel nebenan. Hier hat jedes Zimmer ein gestalterisches Tiermotto. Für Friedrich Graf zu Eulenburg und seine Frau ist das Schloss weiterhin ein großer Spielplatz für weitere, kreative Ideen.

Datum: 18. Mai 2022

niederrhein-tourismus.de
www.hertefeld.com