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'New Now-Festival' 2021 auf der Kokerei Zollverein in Essen
Das UNESCO-Welterbe Zollverein präsentiert die sehenswerte Ausstellung des Festivals „NEW NOW“ mit einem spannenden Programm in der architektonisch wunderschönen Mischanlage der Kokerei Zollverein.

Nach drei intensiven Wochen der Produktion eröffnete Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Ausstellung des Festivals für Digitale Künste "NEW NOW" auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Die NEW NOW Ausstellung zeigt unter der Künstlerischen Leitung von Jasmin Grimm, Expertin der digitalen Kunstszene und Künstlerische Leiterin der Stiftung Zollverein mit Schwerpunkt Digitale Künste, neben neuen Kunstwerken, die im Rahmen des Residenzprogramms entstandenen sind, auch Werke weiterer wegweisender KünstlerInnen.

Besucher:innen von NEW NOW erwartet in der Mischanlage der Kokerei Zollverein nicht nur ein spektakuläres Architekturdenkmal, sondern jetzt auch ein lebendiger Ort der Digitalen Künste – mit raumgreifenden Installationen, virtuellen Landschaften und performativen Skulpturen. Höhepunkt der Ausstellungseröffnung ist die Weltpremiere der Lichtinstallation „Another Moon“. Sobald es dunkel wird, zeichnen 40 Laserprojektoren, gespeist aus Sonnenenergie, einen zweiten Mond in den Himmel. Sechs Jahre lang arbeitete das koreanisch-britische Duo Kimchi and Chips an seinem virtuellen Mond. Unter anderem durch eine Förderung der RAG-Stiftung ermöglicht, erstrahlt „Another Moon“ ab heute jede Nacht über den gesamten Ausstellungszeitraum bis zum 3. Oktober 2021 und zelebriert als monumentales Signal das Ende der Steinkohle-Ära.

Zahlreihe künstlerische Positionen der "NEW NOW"-Ausstellung setzen sich mit dem industriel-len Erbe der Region auseinander. Die Residenzkünstlerin Stine Deja fragt beispielsweise mit ihrer Arbeit nach der Bedeutung von Kohle und Feuer für unser Zusammenleben und Studio Above&Below schafft virtuelle Skulpturen aus den Vermessungsdaten der Ruhr. Die Projekte der ResidenzkünstlerInnen werden in der Ausstellung von Arbeiten weiterer zeitgenössischer DigitalkünstlerInnen ergänzt, wie „Slow Violence“ von Joanie Lemercier, die unseren Umgang mit der Umwelt thematisiert. Lemercier erkundet in seiner Werkserie die Auswirkungen des Übertagebaus auf den Hambacher Forst, einen der ältesten Wälder Europas. Besonders spannend sind auch die Datenmasken von The Constitute. Besucher:innen können mit diesen aktiv eine fremde Perspektive einnehmen. Die Arbeit heißt „Point of You“ und besteht aus vier Helmen mit herauslösbaren und frei beweglichen Kameraaugen, die miteinander verbunden sind. Tauscht man mit seinem Gegenüber sein Auge, sieht man die Welt des anderen und muss sich neu orientieren. Nicht zuletzt gibt es auch Kunstwerke in Virtual Reality zu erleben – darunter die Arbeit „Treehugger: Wawona“ des Kollektivs Marshmallow Laser Feast. Sie enthüllt das geheime Innenleben eines Riesenmammutbaums und hinterfragt unsere Beziehung zur Natur in Zeiten von Krise und Wandel.

Die interdisziplinäre Konferenz „Another End Is Possible“ am 18. und 19. September 2021 begleitet das Festival am Wochenende der Ausstellungseröffnung. Die Künstlerin und Afrofuturistin Ingrid LaFleur verschreibt sich dem „Pleasure Activism“. In ihrer Keynote widmet sie sich dem Thema Trauer und zeigt Wege in ein hoffnungsvolles „neues Jetzt“ auf. Eine weitere Keynote-Speakerin, Nelly Ben Hayoun-Stépanian, spricht über utopische Gesellschaften auf dem Mond und post-migrantische Kolonien abseits der Erde. Das vielfältige und internationale Line-Up der Konferenz, kuratiert von Vesela Stanoeva, verspricht lebendige Gesprächsrunden, interaktive Workshops und künstlerische Interventionen, die neue Denkanstöße liefern. TeilnehmerInnen der Konferenz erleben Forschende und KünstlerInnen, die über zukünftige Gesellschaftsmodelle und alternative Gegenwartsentwürfe sprechen, und sind dazu eingeladen, mitzudiskutieren.

Wer noch tiefer in die digitale Welt eintauchen möchte, kann noch bis zum 3. Oktober 2021 die virtuelle Festivalplattform „ZECHE“ erkunden, einen postapokalyptischen Dschungel in Computerspielästhetik. Der Medienkünstler Christian Mio Loclair hat eine „Art-in-Art“- Experience erschaffen, in der zwanzig einzigartige digitale Arbeiten zu erleben sind, darunter auch neugeschaffene Werke der ResidenzkünstlerInnen. Die virtuelle Festivalplattform ist interaktiv und weltweit über das Internet zugänglich: https://web.journee.live/newnow.

Laufzeit: 27. August bis 3. Oktober 2021

www.zollverein.de