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Schauspiel 'Das Narrenschiff' im Schauspielhaus Bochum
In dem Schauspiel „Das Narrenschiff“ erzählen die Berliner Performancegruppe Monster Truck und die Platform-K die Geschichte unserer Gesellschaft, die sich durch einen oft bewusste Ignoranz gegenüber Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung uns ein schlechtes Zeugnis ausstellt.

Wir sogenannten Nichtbehinderten gehen jeden Tag unseren Dingen nach. Wer körperlich oder geistig eingeschränkt und auf Hilfe angewiesen ist, der wird gerne in Wohngruppen versteckt oder man lässt ihn in Behindertenwerkstätten für wenig Geld arbeiten. So tut die Gesellschaft etwas Gutes, kümmert sich und beruhigt ihr Gewissen. Viele Behinderte werden nicht als Teil der Gesellschaft betrachtet. Im Mittelalter ging die Ignoranz sogar so weit, dass man Behinderte auf Schiffe brachte, um sie auf hoher See dem Tod zu überlassen, sogenannte Narrenschiffe.

In diesem Schauspiel kommen sie einfach zurück an Land und halten uns den Spiegel vor, indem sie uns ihre Wunsche und Bedürfnisse sehr deutlich machen. Sie wollen wild feiern und trinken, auch mal über den Durst, wollen ihre Grenzen kennenlernen. Mit der Liebe ist es nicht anders. Kinder können sie zwar in der Regel keine bekommen, aber Zärtlichkeit und erotische Abenteuer wollen sie erleben. Sie möchten als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft wahrgenommen werden.

Es gehört viel Mut dazu, sich so auf der Bühne zu präsentieren, wenn man nicht der sogenannten Norm entspricht. Sie haben ihn und machen es gut, so gut, wie es ihnen ihre Möglichkeiten erlauben. Kann man sich vielleicht nicht so gut sprachlich ausdrücken, so macht man es auf die eigene Art und Weise. Eine Videowall übersetzt die Gedanken in geschriebenen Text. Es wird auch laut. Cooler Club-Sound ist zwischendurch der Rahmen für eine geile Party mit heftigen Absturz.

Es spielten Zanne Boon, Julia Dieners, Anna Dujardin, Anaïs Maes, Veronique Mees, Juki Rosiers, Sarah Snoeij, Oskar Stalpaert, Tomas Temmerman, Elisabeth Verhelst, Kobe Wyffels und Jasmien de Meersman. Regie führte Sahar Rahimi.

Datum: 26. Februar 2022

www.schauspielhausbochum.de