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Ausstellung 'Mustafas Traum. Fotografien von Henning Christoph zum türkischen Leben in Deutschland 1977-1989' im Ruhr Museum in Essen
Mit der sehr sehenswerten Ausstellung „Mustafas Traum. Fotografien von Henning Christoph zum türkischen Leben in Deutschland 1977-1989“ schneidet das Ruhr Museum in Essen ein Thema an, das das Land sichtbar verändert hat.

1961 schloss die BRD das für die Wirtschaft sehr wichtige Abwerbeabkommen mit der Türkei. Das ist nun 60 Jahre her. Es war ganze zwei DIN-A-4-Seiten lang, einmal auf deutsch, einmal auf Deutsch. So einfach war das damals. Es zählt heute zu den wichtigsten Dokumenten Deutschlands. Ungefähr 4,5 Mio. Türken leben aktuell in unserem Land.

Henning Christoph (geb. 1944) ist ein international erfolgreicher Fotograf, beheimatet in Essen. Er wurde mehrfach für seine Fotos mit einem „World Press Award“ ausgezeichnet und arbeitet lange Jahre für GEO. Henning Christoph wanderte früh mit seinen Eltern in die USA aus. Als der Militäreinsatz in Vietnam drohte, ging er zurück nach Deutschland. In Essen studierte er Fotografie bei Otto Steinert. Schnell bekam er Aufträge. Das Studium beendete er nicht, versöhnte sich aber später mit Steinert.

Zwischen 1977 und 1989 verfolgte er das Thema der türkischen Einwanderer, ihrer Kinder und Enkel. Für GEO war das einen großen Bericht wert. Dabei fing alles in seinem Fotoatelier in Essen an. Er kam in Kontakt mit der türkischen Nachbarschaft, wurde neugierig und eingeladen. Das Vertrauen wuchs immer stärker, so dass er als Teil dieser Familien angesehen wurde. Er kannte Großeltern, Eltern und die Kinder, drei Generationen. Bei Familienfesten war er stets dabei, immer mit seiner Kamera. Das Leben der Familie von Mustafa Aydin sowie Verwandten dokumentierte er dabei äußerst intim.

Die Ausstellung zeigt den Alltag, die Alltagsprobleme, das soziale Zusammenleben, die Freizeit, Beschneidungsrituale, die Kinder in der Schule, türkische Geschäfte, den Nationalsport Ölringen, die Hausarbeit, Hochzeiten, Geburtstage und die Ziege im Gemüsegarten hinter dem Zaun. Natürlich gab es auch schon damals sichtbare Ausländerfeindlichkeit im Straßenbild. Christoph traute sich sogar auf eine Veranstaltung der Grauen Wölfe. Sie hätten diesen fremden Fotografen am liebsten aufgefressen. Der Titel der Ausstellung schreibt übrigens Mustafas Wunsch nach einem eigenen Sägewerk in der Türkei. Es blieb ein Traum.

Zur Ausstellung auf der 21-m-Ebene ist ein gleichnamiger Katalog im Klartext Verlag erschienen, der im Museum erhältlich ist.

Laufzeit: 31. Oktober 2021 bis 30. Oktober 2022

ruhrmuseum.de