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Ausstellung 'Mumien - Geheimnisse des Lebens' im Neanderthal Museum in Mettmann
Unter dem Titel “Mumien - Geheimnisse des Lebens“ entführt das Neanderthal Museum in Mettmann in die Wissenschaft der Mumifizierung von Tier und Mensch. Sie ist Teil des „German Mummy Projekt“. Was können wir aus der Mumienforschung lernen?

Konzipiert wurde die Ausstellung vom Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim. Teile von ihr basieren auf dem Ankauf der Sammlung Gabriel von Max im Jahre 1917. Gabriel von Max war Künstler und nicht wissenschaftlicher Sammler von Mumien, deren genaue Herkunft und Hintergründe wir heute leider nicht kennen. Die menschlichen Mumien stammen aus Südamerika, wo es noch besonders viele Mumien zu entdecken gibt. Die weltweit ältesten stammen von dort, nicht aus Ägypten. Sie sind bis zu 6.000 Jahr alt.

Würde man auf der Straße nach dem Klischeebild einer Mumie fragen, so wäre es wahrscheinlich das Bild eines Toten, der in Stoff gewickelt ist und aus Ägypten stammt. Diese Meinung wird in Mettmann grundlegend widerlegt. Hier wird unterschieden zwischen natürlich und künstlich entstandenen Mumien sowie zwischen Tier- und Menschenmumien. Allen gemein ist die Tatsache, dass der Verwesungsprozess durch verschiedene Gründe gestoppt wurde. Der Entzug von Körperflüssigkeit belässt die Körper in einem erkennbaren, lederartigen Totenzustand. Würde man die Klimabedingungen in den abgeschlossenen Glasvitrinen leicht abändern, könnte die Verwesung sofort wieder einsetzen. Interessant ist dabei, wo die Mumifizierung stattfand, im Eis, im Salz, im Moor oder in der Wüste. Im Eis wird aus Körperfett Wachs. Ein Beispiel dafür ist der junge Mammutbulle „Dima“, hier als Kopie zu sehen. Leider taut der Permafrost immer schneller auf, sodass viele Mumien dort heute verwesen. Der künstliche Ablauf ist völlig anders. Im Labor hat man die Organe entnommen, durch Füllmaterial ersetzt und das Gehirn durch die Nase entfernt. Verschiedene Schritte folgten. Man wollte so bewusst den Körper für ein späteres Leben erhalten. Religiöse Gründe spielten dabei auch eine Rolle.

Trotz ihrer oft nicht klaren Herkunft sind Mumien Teil der Forschung. Heute schneidet man sie nicht mehr auf, sondern schiebt sie in den Computerthomographen. Die Aufnahmen sind teilweise in der Ausstellung animiert zu sehen. Durch die Radiocarbon-Methode lässt sich das Alter bis 50.000 Jahre zurück bestimmen. Der Begriff Mumie leitet sich vom persischen Wort „mum“ ab, das so viel wie Wachs, Asphalt oder Bitumen bedeutet. Mit diesen Stoffen wurde ganz früh schon bei der Mumifizierung gearbeitet.

Grundsätzlich sollte man diese Ausstellung mit Respekt betreten. Man entdeckt vom Eichhörnchen, über einen Wüstenfuchs, einer Hyäne oder Fische, bis hin zu einem Goldhähnchen, das in einem Kamin eines Kraftwerks mumifiziert wurde, zahlreiche Tiere. Selbst die Hauskatze ist dabei. Verlassene Katakomben oder Keller sind gute Fundorte. Bei den verstorbenen Menschen steht man vor einer Frau mit drei Kindern, einer Kindermumie oder einer Frau mit Tuberkulose und besonderer Beinhaltung. Die Forscher haben für fast alles eine mögliche oder nachgewiesene Erklärung.

Übrigens: Teile der Dauerausstellung im Haus hat man in den letzten Monaten neu und familiengerecht umgestaltet. Ein Blick lohnt sich.

Laufzeit: 11. November 2021 bis 1. Mai 2022

www.neanderthal.de