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360°-Show 'Monet - Rebell und Genie' im Visiodrom im Gaskessel Wuppertal
Das Visiodrom im Gaskessel Wuppertal zeigt die sehr gelungene 360°-Show „Monet – Rebell und Genie“ im 47 m hohen Oberraum. Im unteren Teil befindet sich eine informative Ausstellung zum privaten und Leben und künstlerischen Schaffen von Monet, inklusive einiger Repliken.

37,5 m Durchmesser misst der Gaskessel. Erstmals wird der gesamte Oberraum bespielt, also auch der Boden, insgesamt 65 Mio. Pixel und 6.500 qm Fläche. Bis zu 8K Auflösung zaubern eine entspannende Kollage aus 280 Werken von Monet an die Wände sowie ans Dach und unter die Füße. Technisch ist die Show sehr aufwendig, Ein paar Beamer wurden sogar noch ergänzt, damit der Raumeindruck noch optimaler wird. Man taucht in eine Bilderfolge ein, die Monets Schaffen in seinen verschiedenen Phasen wunderbar widerspiegelt. Die Macher legen Wert darauf, dass es sich um keine Animation handelt. Bis auf drei bewusst eingebaute Szenen gibt es alle Werke auch so im Original, ganz ruhig und entspannt präsentiert. Die Ausnahmen darf man gerne selbst entdecken. Als Tipp, eines davon ist der Eiffelturm, den Monet nie gemalt hat, der allerdings symbolhaft seinen Aufenthaltsort Paris darstellt. Musikalisch begleitet wird die 360°-Show von klassischen und modernen Kompositionen sowie von Geräuschen wie Meeresrauschen, Wind oder dem Fallen der Blätter.

Zu sehen sind natürlich die bekannten Motive von Monet, darunter die Seerosen oder die Meeresbilder. Letztere werden besonders gut vom tosenden Meer akustisch ummantelt. Man fühlt sich mitten im wilden Ozean treibend. Zu den Seerosen muss man sagen, dass davon etwa 250 Werke entstanden sind. Sie zeigen eine vertikale Reflexion, die Seerosen und den Blick unter Wasser. Für Monet war die Wasserreflexion der wichtigste Aspekt dieser Seerosenbilder, also das Dazwischen. Man kann sich am Rand einen Platz suchen oder sich im Raum bewegen.

Zu sehen sind liebliche Szenen, wie romantische Spaziergänge oder sein berühmter Garten mit der japanischen Brücke. Bei Monet war irgendwann nicht mehr das Motiv wichtig, sondern nur noch die Intensität der Farben. Das kommt sehr gut rüber, wie auch der Nebel von London oder technische Errungenschaften der damaligen Zeit, wie die Eisenbahn. Monet lebte in einer Zeit des technischen Aufbruchs. Er war einer der ersten 400 Menschen, die ein Auto besaßen. Sehr stark profitierte er ebenfalls von der Erfindung der Farbtube. Vorher transportierte er seine Farbe in Schweinsblasen. Das sparte gut 15 kg Gepäck.

Um die Person Monet zu verstehen, sollte man zunächst die Ausstellung im unteren Bereich besuchen. Hier findet sich ein sehr informativ gestalteter Zeitstrahl, der wichtige Jahre, Ereignisse und Entwicklungen auch für Kunstdummies, die sonst nie ein Kunstmuseum betreten würden, verständlich zusammenfasst. Er hatte es nicht leicht, auch deshalb, weil er seinen eigenen Weg gehen wollte, eine Form der Rebellion. Er suchte sich die Kunstakademie selbst aus. Zeugte ein uneheliches Kind, führte drei Jahre lang eine wilde Ehe oder wollte im Algerienkrieg mit einem Maultier aus dem Armeelager türmen. Man fing ihn ein und entließ ihn als Soldat. Seine impressionistischen Bilder hatten es anfangs schwer auf dem Kunstmarkt, der vom Geschmack des Pariser Salons geprägt war. Er ließ sich aber nicht beirren und fand seinen Durchbruch. Es waren die Kritiker, die durch bissige Meinungen seine Werke für die Kunstliebhaber erst interessant machten. Im hinteren Bereich der Ausstellung befindet sich ein 12,75 m x 2 m großes Bild der Seerosen als Kopie, wie es damals im Original in seiner Orangerie hing. Von der Orangerie wird ein Modell ausgestellt. Es war sein ganz persönliches Refugium und der Vorläufer einer heutigen 360°-Präsentation. Es gibt sogar einen einen kurzen Filmschnitzel von Monet an seiner Staffelei, diverse großformatige Fotos von ihm und den ersten bekannten Film überhaupt. Die Fotografie kam zu seiner Zeit langsam auf. Man sollte sich unten wirklich Zeit nehmen und die Ausstellungsinhalte in Ruhe betrachten. Das erleichtert im Oberraum das Verständnis für die gezeigten Motive der 360°-Show, die 22 Minuten dauert.

Wer schon mal vor Ort ist, der sollte auf jeden Fall auch mal rauf auf das Dach des Gaskessels, das hier als „Skywalk“ firmiert. Alles ist barrierefrei, dank eines Aufzugs.

Laufzeit: ab 16. Juni 2022

visiodrom.de