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Ausstellung 'Janet Cardiff & George Bures Miller' im Lehmbruck Museum Duisburg
Das Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt die spannende Ausstellung „Cardiff & Miller“, Die Arbeiten der beiden Künstler wecken bei den Betrachtern große Aufmerksamkeit.

Das kanadische Künstlerpaar Janet Cardiff (geb. 1957) und George Bures Miller (geb. 1960) wurden 2020 mit dem Wilhelm-Lehmbruck-Preis ausgezeichnet. Ihre nun 1.200 qm große Ausstellung zeigt, dass dies zu recht geschehen ist. Es sind Arbeiten, die außergewöhnlich sind und den Betrachter in ihren Bann ziehen. Teilweise ist sogar das Ausprobieren erwünscht.

Man beginnt mit dem Besuch des „Escape Room“, eine neue Arbeit, die in Europa noch nie gezeigt wurde. Man taucht in eine Miniaturwelt ein, die Fragen aufwirft. Wer sich neugierig die Details ansieht, der entdeckt viele rätselhafte Dinge hinter kleinen Fenstern diverser Architekturen. Man spielt mit Licht und Sensoren, die man als Besucher unausweichlich auslöst. Dabei wandelt man wie durch ein Bühnenbild. Es ist das Abbild unserer urbaner Welten, mit oftmals isolierten Existenzen.

Die Klang-Raum-Installation „Die vierzigteilige Motette“ von 2001 begeistert die Ohren. Man hört Gespräche, die in einen mehrstimmigen Chorgesang aus 40 Lautsprechern münden, der die Besucher fesselt. Schließt man die Augen, so klingt es, als würde man sich unmittelbar in einer bedeutenden, britischen Kathedrale befinden. Ein wahnsinniges Klangerlebnis.

„Trauriger Walter und die Tänzerin, die nicht tanzen konnte“ ist der lange Titel einer Marionetten-Arbeit mit Pianist, Klavier und einer Tänzerin, die einfach nicht ihren Takt findet. Die Arbeit symbolisiert die Allmacht der Maschine und die Ohnmacht des Menschen.

Selbst aktiv werden kann man beim „Instrument der unruhigen Töne“. Jede der 72 Tasten eines elektronisch programmierten Tasteninstruments steht für ein Geräusch, Instrument oder einen Rhythmus. So zaubert man seinen eigenen Soundtrack für einen großen Raum. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und Noten muss man auch keine lesen können.

Bei der „Oper für einen kleinen Raum“ handelt es sich um eine Rauminstallation, die klassische Musik einer ziemlich unaufgeräumten, angestaubten und einfachen Hütte bietet. Man blickt hinein und entdeckt zahlreiche Schallplatten, Abspielgeräte, Radios und viele Dinge mehr. Es ist die Nachbildung des Inneren eines Hauses, was das Künstlerpaar in Kanada einst kaufte. Die Provinz der Kleinstadt trifft hier auf die Träume der großen Opernwelt.

Die „Tötungsmaschine“ ist eine nach außen offene Installation mit einem Behandlungsstuhl und Roboterarmen, die mit Nadeln ausgestattet sind. Betätigt man den roten Knopf, so setzt der Folterprozess ein und mündet in einer Hinrichtung, bei der wir zusehen. Die Nadeln schreiben die Sünden in die Haut, wie ein Tattoo, bis das nicht sichtbare Opfer verblutet.

In der Arbeit „Das Paradiesinstitut“ wird man in ein Filmtheater der 1940er Jahre versetzt. Der Raum wurde 2001 für den kanadischen Pavillon auf der Biennale in Venedig entworfen. Während ein nicht zu definierender Thriller auf der Leinwand läuft, bekommt man merkwürdige Stimmen der imaginären Mitbesucher auf die Kopfhörer gespielt. Akustisch wird hier mit mehreren Ebenen gespielt. Es geht düster und schaurig zu.

Das begleitende Buch zur Ausstellung ist wegen der vielen wichtigen Informationen zu den Arbeiten zu empfehlen. Es ist erschienen im Wienand Verlag.

Laufzeit: 27. März bis 14. August 2022

lehmbruckmuseum.de