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Ausstellung 'Ich. Max Liebermann – Ein europäischer Künstler' im Kunstpalast Düsseldorf
„Ich. Max Liebermann – Ein europäischer Künstler“ heißt es im Kunstpalast in Düsseldorf. Die sehr schöne Ausstellung zeigt auf, wie sehr Liebermann über die Grenzen hinaus schon früh vernetzt war und neue Wege ging.

Max Liebermann (1847-1935) war Sohn einer wohlhabenden, jüdischen Familie, was seine kontinuierliche, künstlerische Entwicklung sicherlich positiv beeinflusste. Er hatte einen finanziellen Background für seine künstlerischen Freiheiten und Reisen. 1871 begab er sich nach Düsseldorf, zu einem der damaligen Superstars der Malerei, Mihály Munkácsy. Dieser hob durch dunkle Malgründe die Farben besonders hervor. Von da an wusste Liebermann, in welche Richtung es für ihn gehen sollte. Da die Kunst für ihn alle Grenzen überwinden konnte, ging er trotz des deutsch-französischen Kriegs 1873 für fünf Jahre nach Paris. In der Künstlerkolonie von Barbizon lernt er einige französische Impressionisten und die Freilandmalerei kennen. Von ihnen unterschied er sich allerdings. Die getupfte Maltechnik wandelte er für sich ab und entwickelt seinen eigenen impressionistischen Stil. Es sind Alltagsszenen von Handwerkern und Bauern, die ihren Lebensunterhalt hart erarbeiten mussten. Liebermann entwickelte eine freie Maltechnik mit damals neuen Motiven, weit weg von der konservativ-höfischen Darstellung von Mächtigen und Adeligen. Der Arbeitsethos rückte in den Vordergrund. Wälder und Alleen wurden zu Motiven. Schnell genoss er dort die Anerkennung, die er sich erarbeitete, ohne bisher in Deutschland groß aufzufallen. Liebermann war Mitglied in Künstlervereinigungen und gut vernetzt.

Seit 1876 verbrachte er rund 40 Jahre lang einige Zeit in den Niederlanden. Dort schätzte er das Leben in den Dünen. Zunächst waren es auch dort die hart arbeitenden Menschen wie Kartoffelbauern. Hier lernte er allerdings auch das Freizeitleben der Menschen am Strand kennen und malte es. In diesen Bildern kommt jede Menge Sommerfrische rüber. Die Farbtöne werden heller und die Motivwinkel verändern sich. Ohne die Erfahrungen aus Frankreich und den Niederlanden wäre Liebermann wohl niemals zum dem großen Maler geworden, der er war und ist.

Kurz vor der Jahrhundertwende fand Liebermann seine Anerkennung auch in Deutschland, entwickelte sich schnell zu einem bekannten Künstler, der ab 1905 sehr erfolgreich wirkte. 1909 baute er sich eine Villa am Wannsee. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach und seine Reisetätigkeit einschränkt war, ließ es sich am Haus einen Garten anlegen, ähnlich wie Monet, nur ohne Seerosen. Rund 200 Gemälde sind hier entstanden, von Blumen und Beeten, aber auch vom Nutzgarten. Sie zeigen einen Maler, der im Alter einen weitere Wandlung erfährt, sich mit der eigenen Scholle zufrieden gibt und entspannt 1935 stirbt.

In der Ausstellung ist seine künstlerische Entwicklung gut zu verfolgen, von 1871 bis 1934. Er wurde beeinflusst und prägte wiederum andere Maler. Werke von Vincent van Gogh, Rembrand van Rijn, Max Slevogt, Jean-Francois Millet, Mihály Munkácsy, Édouard Manet, Claude Monet und anderen ergänzen sehr schön die Ausstellung. Zahlreiche Werke stammen von Privatsammlern, sind sonst so nicht zu erleben.

Zur Ausstellung ist im Sandstein Verlag ein Ausstellungskatalog erschienen. Er ist im Museumsshop erhältlich.

Laufzeit: 3. Februar bis 8. Mai 2022

www.kunstpalast.de