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Ausstellung 'Barbara Klemm - Schwarz-Weiß ist Farbe genug – Fotografien 1967 bis 2019' in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Mit der sehr schönen Ausstellung „Barbara Klemm - Schwarz-Weiß ist Farbe genug – Fotografien 1967 bis 2019“ zeigt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen Arbeiten einer Fotografin, die sehr lange das Erscheinungsbild der FAZ prägte, eine Dokumentar-Künstlerin hinter der Kamera.

Barbara Klemm (geb. 1939) nahm einen langen Anlauf, um schließlich von 1970 bis 2005 als eine von drei festangestellten FotografInnen der FAZ zu vielen wichtigen Ereignissen national und weltweit zu reisen. Die Ausstellung zeigt verschiedene Themenfelder, darunter Politik, Mauerfall, die DDR, internationale Reiseeindrücke sozialer Art sowie Künstlerportraits. Hinzukommen abgedruckte Fotos im Zeitungsformat. Alle ihre 120 ausgestellten Fotos wurden irgendwo einmal gedruckt.

Form und Inhalt bezeichnet sie als wichtigste Kriterien für ein gutes Foto. Viel hat sie gestaltungstechnisch von ihrem Vater Fritz Klemm gelernt, der Künstler war. Die Situation muss man kompositorisch aus der Bewegung erkennen. Close-ups hat sie nie gemocht. Für sie war immer die ganze Szene wichtig. Von Beginn an hat sie analog gearbeitet, bis heute, wenn sie Landschaften ablichtet. Es war nicht immer leicht für sie, aber meistens hat sie es geschafft, manchmal auch ohne Presseakkreditierung in wichtigen, politischen Momenten. Sie hat die deutsche Geschichte wie ein Geschichtsbuch abgelichtet, in Ost und West, sowie den Mauerfall. Als der sich abzeichnete, flog sie ohne Redaktionsauftrag nach Berlin, kletterte sogar auf die Mauer. Hier entstanden wichtige Fotos, die vielen noch im Kopf sind. In diesen Tagen kam der Nationalstolz auf, den einige heute noch gerne rassistisch verfolgen.

Wenn sie nicht politisch unterwegs war, dann waren es interessante Eindrücke auf der Straße. Gefragt hat sie die abgebildeten Leute nie. Oft waren es gesellschaftliche und soziale Unterschiede, die für sie spannend waren. In DDR konnte sie sich erst frei bewegen, später nur nur einem DDR-Fachredakteur, einem Aufpasser. Hatte der Feierabend, konnte sie wieder frei knipsen. Man muss nur wissen wie. Manchmal ist das bessere Bild auch nur einen Schritt zur Seite entfernt. Barbara Klemm hat einen selten guten Blick für den Moment, in dem sie abdrücken musste, alles stets ohne Blitz. Notfalls musste das Licht der TV-Kameras herhalten, wie bei Kohls Rede in Dresden. Einen Kodak 400 belichtete sie mit ihrer Leica meistens mit einer Empfindlichkeit von 800, tagsüber war es einfacher.

Portraits waren eine ihrer Leidenschaften. Was heute schnell über das Internet geht, musste sie sich an Hintergrundwissen zur Person mühsam über Bücher anlesen. Den Kontakt zu den Promis knüpfte sie persönlich, nicht die Redaktion. In der Regel hatte sie maximal eine Stunde Zeit, manchmal auch weniger. Bei Kohl überhörte sie mal ein „Schluss“ und fotografierte einfach weiter. So bekam sie das passende Foto. Grüne Hintergründe mag sie gar nicht, lieber sollen die Abgebildeten am Schreibtisch oder irgendwo sitzen. Auch ihre gestellten Fotos können sehr gut überzeugen.

Barbara Klemm hat Fotos wie ein Hamster gesammelt, sortiert nach Reisen und Ereignissen, um bei einer Anfrage dann das passende Foto auszusuchen.

Laufzeit: 22. Januar bis 7. Mai 2023

www.ludwiggalerie.de