abenteuer-ruhrpott.info Aktuelles abenteuer-ruhrpott.info
Freizeittipps
Veranstaltungen
Ausstellungen
Bücher / Musik
Kontakt
Impressum
Ausstellung 'OMOSHIROGARA' im Museum DKM in Duisburg
Das Museum DKM zeigt in seiner sehr außergewöhnlichen Ausstellung „OMOSHIROGARA“ seltene Kimonos aus der Sammlung der japanischen Textilhistorikerin Yoshiko Inui, Objekte aus den Jahren zwischen 1860 und 1940. Ergänzt werden zeitgenössische Arbeiten aktueller Künstler aus Japan.

Der Kurator Roger M. Buergel ist dem Museum DKM in Duisburg sehr verbunden. Er hatte die Idee, rund 24 der rund 600 Kimonos aus der wertvollen Sammlung in zehn Räumen zu präsentieren, unterstützt von den zwei japanischstämmigen Kuratorinnen Miwa Negoro und Mariko Mikami, die mit der Kultur ihres Landes bestens vertraut sind. Anlass ist das 160jährige Jubiläum der deutsch-japanischer diplomatischer Beziehungen, die 1861 eine Phase des gesellschaftlichen Wandels in Japan beeinflussten. Japan öffnete sich der Moderne des Westens. Die Verhältnisse in Geschlechterbeziehungen, im Bildungssystem, im Militär, in der Industrie und in der Verwaltung änderten sich radikal. Dieser Wandlungsprozess ist sehr gut an der Mode zu verfolgen. Kimonos waren Kinder ihrer Zeit, gesellschaftlich und politisch. Tradition wandelt sich in Moderne. Eisenbahnen, Flugzeuge, Kriegsschiffe, Einflüsse der US-Unterhaltungsindustrie, cineastische Themen oder z.B. technische Neuerungen finden Platz im japanischen Textildesign. 1936 war man in Japan Nazi-Deutschland sehr verbunden und vom ersten Fackellauf der olympischen Geschichte beeindruckt. Bei den ausgefallenen Spielen 1940 in Tokio sollte ebenfalls ein Fackellauf stattfinden. Im ersten Raum befasst sich die Erika Kobayashi künstlerisch zeitgenössisch mit diesem Thema.

Neben den Kimonos und der zeitgenössischen Kunst entdeckt man alte Fotoalben, die westliche Touristen im 19. Jahrhundert als Erinnerungen mitbrachten. Sie stammen aus der Sammlung des Museum DKM. Das Verhältnis West zu Ost wird in einem amüsanten Tanzvideo dargestellt, in dem sich West-Mann und Ost-Frau gegenseitig mit dem Handy filmen, dem anderen aber immer ausweichen möchten. Die textile Nachkriegskunst ab 1945 umfasst u. a. Bomberjacken, die an die amerikanische Invasion erinnern.

Diese sehr besondere und schöne Sonderausstellung ist mal ganz anders und wesentlich umfangreicher, als bisherige. Sie zeigt einen wichtigen Ausschnitt der japanischen Geschichte, die uns so genau überhaupt nicht bekannt ist. Gewisse Kimonos sollen im Laufe der Ausstellung gegen andere ausgetauscht werden, um die Spannbreite der Sammlung zu präsentieren. Es lohnt sich als wiederzukommen. Das wunderschöne Museum DKM ist sowieso immer mal wieder einen Besuch wert.

Laufzeit: 1. Oktober 2021 bis 27. Februar 2022