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'Japantag' 2022 in Düsseldorf
Nach zwei Jahren Pause ging der „Japantag“ 2022 in Düsseldorf über die Bühne. Hunderttausende Gäste strömten über die Rheinpromenade und genossen abends das japanische Höhenfeuerwerk, darunter zahlreiche Cosplayer in fantasievollen Kostümen.

Die Menschen sind ausgehungert was Volksfeste betrifft. Jetzt darf man wieder. So konnte man auch in Düsseldorf die anhaltend schlechte Weltnachrichtenlage einfach mal vergessen. Entsprechend voll war das Rheinufer. Etwa 70 Stände luden zu einem kleinen Stopp ein. Diverse Regionen aus Japan stellen ihre touristischen Höhepunkte vor. Man konnte Grundzüge von Sprache und Schrift erlernen, diverse Kampftechniken bestaunen, Origami falten, Mangas zeichnen, Kimonos anprobieren oder Anime-Merchandise erwerben. Zu essen gab es jede Menge japanische Spezialitäten. Lange Schlangen wiesen recht deutlich auf einen japanischen Essensstand hin. Wann hat man schon mal eine solche Gelegenheit.

Ein besonderes Highlight waren die japanischen Kampftechniken vor dem Landtag. Kyudo ist eine alte, sehr meditativ wirkende Art des Bogenschießens, die ein Verein aus dem nahen Neanderthal praktiziert. Spannend präsentierte sich das Heerlager der Samurai-Gruppe Tekada e.V.. Sie stellen die Zeit des großen Stammesfürsten Tekada dar. Ab 1603 herrschte in Japan Frieden. Zuvor gab es 150 Jahre lang erbitterte Bürgerkriege. Ihre Rüstungen fertigen sie heute nach historischen Vorbildern selbst. Ein Exemplar kann erst nach Jahren fertiggestellt sein und einen Wert von 5.000 Euro haben. Die frühen wurden teils aus Bambus geflochten, sehr wirksam gegen Pfeile. Eisen war als Rohstoff damals in Japan knapp. Mit der Entwicklung der Metallgeschosse fügten sie metallische Elemente ein. So wurde ein Rüstung schnell mal 25 kg schwer. Als einmal die Hunnen in Japan einfielen, hatte man schnell raus, wo man sie mit ihren schweren Metallrüstungen verwunden konnte, z.B. in der Kniekehle oder unter den Armen. Die Hunnen traten die Flucht an. Interessant war es zu hören, dass selbst Frauen als Samurai kämpften, allerdings mit zwei Meter langen Lanzen. Die Mitglieder dieses Vereins konnten Tradition der Samurais spannend vermitteln.

Auf der Hauptbühne fand nach der Eröffnung ein abwechslungsreiches Kulturprogramm statt. Kinder des japanischen Kindergartens und der Japanischen internationalen Schule tanzten oder sangen traditionelle Volkslieder aus Japan und Deutschland. Es wurde getrommelt und abends musikalisch ordentlich eingeheizt.

Charakteristisch für den Japantag waren natürlich die unzähligen Cosplay-DarstellerInnen in auffälligen Kostümen ihrer Vorbilder oder Eigenkreationen. Oftmals nähen sie ihre Kostüme selbst oder stellen sie sehr liebevoll zusammen. Es war jede Menge dabei, von plüschigen Wesen, verwunschenen und düster dreinblickenden Gestalten, über zauberhafte Feen und Prinzessinnen, bis hin zu japanischen Gladiatoren, die Furcht verbreiten wollten. Sie alle liebten es, ihre Rolle alleine oder in der Gruppe auszuleben. Man durfte sich sogar wieder umarmen. Ohne sie wäre der Japantag nicht das was er heute ist und hoffentlich in den kommenden Jahren auch bleiben wird.

Das abschließende Feuerwerk stand unter dem Motto „Miteinander für Frieden und Freundschaft“. Es beinhaltete historische Elemente der Pyrotechnik in Japan sowie florale Darstellungen und auch Smilies. Um die deutsch-japanische Freundschaft muss man sich Düsseldorf jedenfalls keine Sorgen machen. Es war ein sehr harmonisches Miteinander aus ferner und heimischer Kultur.

Datum: 21. Mai 2022

www.japantag-duesseldorf-nrw.de