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Ausstellung ''tomodachi to'. Mit Freund*innen' in der Kunsthalle Düsseldorf
Die Kunsthalle Düssldorf feiert das 160. Jubiläum der Japanisch-Deutschen Freundschaft mit einer zum Thema sehr passenden Ausstellung. “´'tomodachi to'. Mit Freund*innen“ zeigt Arbeiten von japanischen Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie im Kontext mit ihren jeweils persönlich ausgesuchten, befreundeten KünstlerInnen.

Etwa 8.400 JapanerInnen leben in Düsseldorf, die drittgrößte japanische Community Europas nach London und Paris. Dem guten Verhältnis ist diese Ausstellung gewidmet. Über 300 japanische Absolventen seit den 1960er Jahren zählt die Düsseldorfer Kunstakademie. Einige blieben hier, andere gingen zurück in ihre Heimat. Ihr internationales Wirken drückt sich deutlich in der Vielfalt der Arbeiten aus. Japanische Kunst, das waren lange Zeit historische Holzschnitte. Heute ist die Kunst manchmal noch den Traditionen angelehnt, geht aber weit darüber hinaus, wie bei Murase Kyoko, die Fantasy-Elemente verwendet hat. Einen neongrünen Zaun an die Wand geschraubt hat Ando Yukako. Die Leere darin lässt Raum für Fantasie. Eher Fragen stellend ist die Arbeit von Anca Muresan, die Gedanken und Fragen philosophisch in großformatige Wandarbeiten verpackt. Magdalena Jetelová lässt eine riesige Spiegelfolie mittels Bassklängen von John Cage vibrieren. Brutal geht es bei Nara Yoshitomo zu. Ein Mädchen sägt eine Blume ab, das Gegenbild der ansonsten historischen Landschaftsdarstellung. Direkt im Foyer hat Karin Sander ihre Glasvitrinen aufgebaut. BesucherInnen können dort ihre Sachen ablegen, die so zu Kunstobjekten werden. Nakahara Masao arbeitet dagegen eher historisierend mit Pappmarché. Anspielungen an uralte, japanische Darstellungen werden wach.

Der heimliche Star der Ausstellung ist Kinoshita Ryo, der in Düsseldorf lebt und arbeitet. Seine Arbeiten zeugen von einem Mix aus völlig verschiedenen Materialien, die er sehr gekonnt miteinander verarbeitet. Mal ist seine verstorbene Katze, mal Hände, ein anderes Mal eine sehr versteckt dargestellte Waffe oder eine an einen Flächenbrand erinnernde Landschaft mit Gesichtern aus schwarzen Lack mit Nieten. Jeder findet wahrscheinlich seine eigene Deutung. Dabei ist seine Herangehensweise interessant. 10 bis 20 Arbeiten befinden sich gleichzeitig halbfertig in seinem Atelier. Je nach Stimmung und Bauchgefühl vollendet er nach und nach die eine oder andere Arbeit, ohne nach einer Skizze zu arbeiten. Die sehr kreative Rahmung bekommt bei ihm eine ganz besondere Bedeutung. Zwei andere Arbeiten zeigen einen Sternenhimmel, ein Werk aus seiner Studienzeit, bzw. Puppen ähnliche Wesen aus PVC-Streifen, die den Rassismus gegenüber asiatischen Menschen während der Pandemie andeuten.

Man findet in dieser sehr guten Ausstellung wirklich interessante Arbeiten völlig verschiedener Couleur.

Laufzeit: 21. August bis 4. Oktober 2021

www.kunsthalle-duesseldorf.de