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Komödie 'Das Blaue vom Himmel' im Theater im Rathaus in Essen
Mit der herausragend guten Komödie „Das Blaue vom Himmel“ von Éric Assous geht das Theater im Rathaus in Essen in den Herbst. Prominent besetzt handelt der Stoff vom Lügen und seinen Folgen. So ein außerehelicher Fehltritt kann ganz schön anstrengend sein, soll er ewig verborgen bleiben. Die deutsche Bearbeitung stammt von Dieter Hallervorden.

Eines vorweg, mit Nelly (Anouschka Renzi), Bernard (Marko Pustisek), Alice (Mariella Ahrens), Philippe (Harald Effenberg) und Soraya (Barbara Maria Sava) ist diese Besetzung außerordentlich gut. Insbesondere Marko Pustisek glänzt in der gefühlten Hauptrolle des Stücks als raffinierter und gestresster Lügenbaron. Er genießt seine Rolle als gewissenloser Bösewicht und führte auch Regie.

Alles geht damit los, dass Philippe seinen alten Freund Bernard und seine Frau Nelly extrem kurzfristig zum Abendessen eingeladen hat, während seine vom Job gestresste Frau Alice spät nach Hause kommt und davon erfährt. Bernards Taktgefühl wird hart auf die Probe gestellt, als seine junge Geliebte Soraya anruft und dringend Geld benötigt. So eine Affäre ist für einen Mann im reifen Alter ein teures Vergnügen. Er kann nicht weg und seine Frau soll keinen Verdacht schöpfen. So wird Philippe unter einem verlogenen Vorwand zur Geldübergabe quasi gezwungen, was sofort Verdacht bei seiner Frau Alice auslöst. Er ist schon einmal fremdgegangen und hatte geschworen, es nie wieder zu tun. Bernard ist das Schicksal seines Freundes allerdings völlig egal. Ausreden lassen oder die Wahrheit kundtun, das ist bei Bernard nicht möglich. Seine Rhetorik bügelt alles nieder, na ja fast alles. Mit viel Fantasie erfindet er stets neue Geschichten auf Kosten von Philippe, nur um seinen eigenen Kopf zu retten. Nelly schöpft jedoch schon länger Verdacht und tanzt nicht nach seiner Pfeife. Wie eine Detektivin geht sie der Sache mit geschickten Fragen auf den Grund. Das sehr humorvolle Irrenhaus nimmt seinen Lauf. Doch wie es mit Lügen so ist, …!

Der Stoff ist wirklich höchst amüsierend, mit spritzig-dynamischen Dialogen gespickt. Auch auf die sehr gute Körpersprache und die Mimik sollte man achten. Frauenblicke können töten, besonders wenn zwei Frauen zusammenhalten. Es ist herrlich zu sehen, wie Bernard im Laufe des Stücks immer nervöser wird, bis er zum um Gnade winselnden Dackel mutiert. Man merkt allen die große Spielfreude an. Ganz großes Kino live auf der Bühne!

Am Ende wird auch dem Publikum knallhart der Spiegel vorgehalten. Haben nicht viele von uns schon einmal einer hässlichen Frau gesagt, wie gut sie aussieht, anstatt ihr mit der Wahrheit den Abend zu versauen? Ist die Wahrheit tatsächlich immer der beste Weg der Kommunikation? Jeder kennt die Antwort aus eigener Erfahrung.

Fotos unten:
Anouschka Renzi©Carsten Sander
Marko Pustisek©Hannes Caspar
Mariella Ahrens©photoboell
Harald Effenberg©Hannes Caspar
Barbara Maria Sava©Sylke Gall

Datum: 13. Oktober 2022 (Premiere)
Laufzeit: 13. Oktober bis 13. November 2022

theater-im-rathaus.de