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Ausstellung 'Helen Frankenthaler – Malerische Konstellationen' im Museum Folkwang in Essen
Das Museum Folkwang zeigt mit der Ausstellung „Helen Frankenthaler – Malerische Konstellationen“ eine sehr sehenswerte Ausstellung amerikanischer Nachkriegskunst.

Helen Frankenthaler (1928–2011) ist der breiten Masse hier gar nicht so bekannt. Sie stammt aus einer jüdisch-stämmigen Familie. Schon auf der Highschool hatte sie Kontakt zur Kunst. Ihr Kunstlehrer war ein mexikanischer Maler. Sie besuchte ein für die Kunst angesehenes College. 1949 hatte sie ihr erstes Atelier und 1951 erste Erfolge. Sie lernte nicht nur Pollock kennen sondern gab der New Yorker Kunstszene mit ihren Zeitgenossinnen Joan Mitchell, Grace Hartigan, Elaine de Kooning und Lee Krasner ein weibliches Gesicht, suchte ihren eigenen Weg und fand ihn auch. Papier wurde ihr Experimentierfeld. Sie arbeitete aber auch zeitweise mit Leinwand. Das Papier faszinierte sie immer wieder. Ihre Farbfeldmalerei bekam 1952 einen neuen Stil, den sie entwickelte. Die Soak-Stain-Bilder revolutionierten die Kunstgeschichte. Landschaften werden bei ihr stets angedeutet. Das Kopfkino springt an. In den 1960ern verschüttet sie Farbe großflächig auf ihren Arbeiten und bearbeitet sie Werke mit Bürsten und Schwämmen.

Die 70er waren ihr Jahrzehnt des Papiers. Teilweise benutzte sie einen Glitzereffekt. In den 80ern verflüssigte sich ihre Farbe. Manchmal war auch handgeschöpftes Papier ihre Grundlage. Sie benutzte Bronze- und Goldfarbe. Die 90er wurden noch wilder. Sie hellt die Farbe auf und weckte Assoziationen an japanische Holzschnitte. Ihre letzten Arbeiten entstanden um 2002, monochromatische Arbeiten, die ebenso sehenswert sind und frisch wirken. Danach erkrankte sie schwer und lässt ihr künstlerisches Schaffen ruhen.

Die Ausstellung umfasst insgesamt 84 Werke, darunter 75 Papierarbeiten und 9 Gemälde. Die Konzeption ist chronologisch, nach Jahrzehnten gehängt, in zehn Sälen. Ein biografischer Gang führt durch ihr Leben, inklusive einiger Songbites von Künstlern, die sie begleiteten. Ihr Name mag wenig bekannt sein, doch ihre Werke überraschen den Betrachter absolut positiv. Wer Farbe mag, der ist hier richtig.

Zur Ausstellung ist ein sehr schöner Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König erschienen. Er ist im Museum erhältlich.

Laufzeit: 2. Dezember 2022 bis 5. März 2023

www.museum-folkwang.de