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Ausstellung 'Heerich 100' auf der Museumsinsel Hombroich in Neuss
Mit der feinen Ausstellung „Heerich 100 – Die begehbare Skulptur“ feiert die die Stiftung Insel Hombroich in Neuss einen Bildhauer, der einige seiner skulpturalen Entwürfe auf dem Gelände als begehbare Innenräume entstehen ließ.

Erwin Heerich (1922 – 2004) wirkte als Bildhauer im Kutscherhaus auf der wunderschön gelegenen Insel in der Erft. Als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie hatte er Kontakt zu Karl-Heinrich Müller, ein Mäzen, der auch Studierenden mit Wohnraum half. 1983 kaufte dieser das Gelände. Es entstand die Idee, hier seine Kunstsammlung der Öffentlichkeit zu präsentieren und drumherum einen zauberhaften Naturraum zu gestalten. Schnell fiel die Wahl auf Erwin Heerich, der stets an neuen skulpturalen Räumen arbeitete und diese als Zeichnung oder als Skulpturen aus Holz oder Karton ausarbeitete. Lediglich auf der Insel Hombroich und auf der nahen Raketenstation konnte er diese Ideen im großen Maßstab verwirklichen. Viele Gedankenspiele blieben unverwirklicht. Insgesamt 15 seiner begehbaren Skulpturen werden nun zu einem 4,5 km langen Parcours zusammengefasst und teilweise mit seinen ursprünglichen Zeichnungen und Skulpturen ergänzt. Alle gezeigten Arbeiten sind im Besitz der Stiftung Insel Hombroich.

Man startet den Pfad durch das Archiv Heerich am Kassenhaus der Insel Hombroich. Weitere zehn Gebäude findet man als gebaute Skulpturen auf der Museumsinsel, darunter der „Turm“, die „Hohe Galerie“, die „Orangerie“, den „Tadeusz-Pavillon“, die „Cafeteria“ oder das „Atelierhaus“, in dem Gottfried Graubner lebte und arbeitete. Hier finden die BesucherInnen einige der nicht realisierten Skulpturen auf einem Tisch. Es sind sehr geometrisch gedachte Räume mit einer Formensprache, wie Architekten eher nicht entwerfen würden. Heerich wollte nie einer von ihnen sein und setzte eigene Duftmarken, jenseits von Baunormen. Dabei mussten die Räume keinen Nutzen oder Zweck haben. Ihm ging es um Räume und Proportionen. Als Raster nahm er ein Quadrat von 1 m mal 1 m. Der Graubner-Pavillon ist der einzige Entwurf, der aus zwei runden Elementen konzipiert wurde. Zwei Stationen, das „Labyrinth“ und das „Zwölf-Räume-Haus“ können aktuell nicht besucht werden. Sie werden saniert und zusätzlich stellt man auf Erdwärme um. In der zweiten Jahreshälfte 2023 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Weiter läuft man zum Kirkeby-Feld. Hier findet man Zeichnungen zu umgesetzten Ideen. Schön wird dort das Raster deutlich, mit dem Heerich gerne arbeitete. So werden seine Entwürfe plötzlich viel klarer und lassen sich proportional erklären. Seine Zeichnungen hat er ganz fein mit Tusche auf das Papier gebracht. Parallel hängen ebenfalls textile Arbeiten seiner Frau, die sonst im „Kloster“ auf der Raketenstation die Zimmer schmücken.

Die dritte Station ist die Raketenstation. Vier begehbare Skulpturen gehören dort zum Parcours, darunter das bereits erwähnte „Kloster“, das „Gästeatelier“, das Archiv mit der Bibliothek und der „Fontana-Pavillon“. Im letzteren werden Zeichnungen von nicht realisierten Skulpturen präsentiert. In diesem Raum lassen sich die gedanklichen Prozesse Heerichs sehr gut nachvollziehen.

Zu dieser besonderen Ausstellung ist im Verlag für modern Kunst Wien ein gleichnamiger Katalog erschienen.

Laufzeit: 13. August 2022 bis 10. April 2023, inkl. Winterpause vom 31. Oktober 2022 bis 2. März 2023

www.inselhombroich.de