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Neue Intendanz am Grillo Theater in Essen
Das Grillo Theater in Essen geht 2022 in die letzte Spielzeit mit Christian Tombeil. Als Nachfolgerinnen hat der Aufsichtsrat der TUP nun gemeinsam und gleichberechtigt Selen Kara und Christina Zintl als Intendantinnen-Duo ab der Spielzeit 2023/2024 ernannt.

Auf eine männliche folgt nun eine weibliche, in doppelter Stärke, dynamisch, jung und weiblich. Die Entscheidung folgte einstimmig nach mehreren, intensiven Gesprächen. In Essen möchte man sich öffnen, etwas verändern, ohne das klassische Stadttheater zu vergessen. Man möchte raus in die Stadt, zu den Menschen, die sonst evtl. gar nicht viel mit dem Schauspiel zu tun haben. Mobile Stücke sind geplant. So möchte man auch Menschen erreichen, die weniger beweglich sind. Die Spielorte werden so flexibel. Man möchte den Transformationsprozess auch sichtbar machen, auch was die Vielfalt der Mitarbeiter und Inhalte betrifft. Dabei wird der Begriff Vielfalt sehr breit gedeutet. Reine Stücke für Menschen mit migrantischen Wurzeln soll es allerdings nicht geben. Was das zukünftige Ensemble betrifft, so wird man mit jedem sprechen. Man plant keinen harten Cut. Einige bekannte Gesichter wird es auf der Bühne wohl weiterhin geben. Entscheidend ist immer die Qualität der Leute, nicht evtl. ein gewisser Migrationshintergrund.

Besonders auf die Fahne geschrieben hat man sich, die musikalische Note im Programm zu stärken, wobei man für viele Musikgenre offen ist. Es soll kulinarische Abende und Kooperationen mit anderen Theatern geben. Die Stücke sollen im Saal mehrsprachig übersetzt werden und Audiodeskriptionen angeboten werden. Die Digitalisierung möchte man ausgebauen. Eine App für die Stadt ist geplant. Es werden die „Critical friends“ am Haus eingeführt, eine Gruppe von Theaterfreunden, die intern einen kritischen Blick über inhaltliche Fragen schweifen lassen. Nachhaltigkeit wird angestrebt, z.B. bei der Wiederverwendung von Bühnenbildelementen. Intern ist ein enger Austausch mit den Mitarbeitern und dem Ensemble geplant, also flache Hierarchien und Teams. Das Kinder- und Jugendtheater soll gestärkt werden. Man möchte mit den jungen Leuten Stücke entwickeln, teilweise auch ohne die Barriere Sprache.

Sowohl Selen Kara (36) als auch Christina Zintl (41) haben bisher noch keine Erfahrung mit der Leitung eines Stadttheaters. Selen Kara ist freie Regisseurin mit familiären Wurzeln im Essener Norden. Sie kennt die Region und versteht die Menschen hier, was ein großer Vorteil ist. Das Grillo Theater war damals als Schülerin die erste Schauspielbühne, die sie erlebte. Zuletzt brillierte sie am Schauspiel Bochum mit ihrer Inszenierung „Mit anderen Augen“. Christina Zintl wurde in Bonn geboren und bringt als erfahrene Dramaturgin den Duft der Bundeshauptstadt mit. Sie war langjährige Leiterin der Berliner Festspiele, war in Düsseldorf, München, Darmstadt und Nürnberg an renommierten Häusern in Teilbereichen leitend tätig.

Man hat viel vor, ein modernes Theater für alle in der Stadt, welches über Essen hinaus strahlen soll. Das Publikum darf gespannt sein, wie das Konzept letztendlich umgesetzt wird.

Datum: 8. April 2022

www.theater-essen.de