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'Krippenblues' 2021 mit Frank Goosen im Schauspielhaus Bochum
Schon eine Tradition ist der „Krippenblues“ mit Frank Goosen im Schauspielhaus Bochum. In seiner Heimatstadt philosophiert er sehr unterhaltsam und reflektiert über das Weihnachtsfest und all die Dinge drum herum. Das Potpourri der weihnachtlichen guten Laune kam sehr gut an.

Eine kleine Bescherung für Goosen war dieses Jahr der erfolgreiche Aufritt seines VfL Bochum, Seitenhiebe nach Gelsenkirchen und gegen den BVB inklusive. Letzterer spielte neulich beim VfL überlegen und nahm doch nur einen Punkt mit. Da ging ihm das Herz auf. Mit glanzvollen Auftritten rechnet Goosen sowieso eher nicht. Da ist er Realist, wie in allen Dingen. Nur das Pieksen gegen die Fußballnachbarn muss sein. Das wird selbst dort von ihm erwartet. Nettigkeiten sorgen bei einem Auftritt in Gelsenkirchen für Irritationen. Frank Goosen ist und bleibt Bochumer durch und durch.

Zum Thema Weihnachten hatte er auch viel zu sagen. Mit seinen 55 Lebensjahren kann er durchaus schon von früher erzählen. Es war nicht alles besser, seine Gelenke und die Augen allerdings schon. Er ist niemand, der die moderne Zeit verdammt und das Alte hochhält. Manche Geschenke sind allerdings doch eher unpassend. Früher hätte man ein einer Grundschülerin kein Telefon geschenkt. Lautes Gaga-Spielzeug, wie ein singendes Einhorn, hat bei ihm ebenfalls keinen Platz. Es gab aber auch damals bereits Geschenke, die man lieber nicht bekommen hätte, ein rot-weiß gestreifter Bademantel von der Frau oder ein gelber Pullover. Damit hätte er den BVB anfeuern können. Geradezu absurd findet er die blinkende Weihnachtsdeko in vielen Fenstern oder kletternde Weihnachtsmänner an Fassaden.

Früher war es zumindest aber an Weihnachten spannender, weil die Familie größer war. Da war noch die oft zierte „Omma“, die an Heiligabend mit 48 Töpfen auf vier Herdplatten hantierte und währenddessen im Wohnzimmer Geschichten erzählte. „Rollladen“ gab es oft, manchmal auch mit ungeliebtem Rosenkohl. „Nee, wenn datt Auge sich schonn weigert.“ Tante Anni trug zwar alltags scheußliche Schürzenkittel mit speckigen Oberarmen und Impfnarben, aber an Weihnachten schlüpfte sie in einem typischen Tantenpulli mit Faltenrock. Der dicke Dieter hieß nicht nur so, er war es auch. Opa Paul schwärmte von seinen Sex-Abenteuern und für den Schmuck des Baumes war natürlich sein Vater zuständig. Er nahm den jungen Frank zur Hand und erläuterte, wie man fachmännisch einen Tannenbaum schmückt. Frau hatte da nichts zu melden. Heute sollte man als Ehemann eine Abmachung mit seiner Frau lieber nicht so ernst nehmen, sonst steht man am Heiligabend dumm da: „In diesem Jahr schenken wir und nichts“. Das geht schief.

Es war mal wieder ein sehr lustvoller Abend mit Frank Goosen auf der großen Bühne im Schauspielhaus Bochum. Sprachlich musste da jeder Satz passen. Sprachliche Ungenauigkeiten wurden sofort selbst korrigiert. Geprägt von Fips Assmussen liegt er irgendwo zwischen inhaltlich flachen Witzen, gutem Kabarett, echter Ruhrgebietssprache und wohl geschliffenen Worten, studiert ist studiert und gelebt ist gelebt.

Am Ende wünschte er seinem Publikum ein frohes Fest und eine tolle Beute unter dem Tannenbaum. Sein größter Wunsch ist allerdings ein Sieg seines VfL über Wolfsburg, und ist dieser noch so dreckig erkämpft. Hier schloss sich der Kreis an diesem Abend.

Datum: 21. Dezember 2021

www.schauspielhausbochum.de