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Ausstellung 'Das zerbrechnliche Paradies' im Gasometer Oberhausen
Der Gasometer Oberhausen präsentiert nach langer Sanierungspause auf 7.000 qm Fläche seine neue Ausstellung ĄDas zerbrechliche Paradies, ein sehr sehenswerter Blick auf unseren Planeten mit seinen Wundern und Schönheiten, aber auch seinen deutlich sichtbaren Problemen, die deutlich vor Augen geführt werden.

Die Sanierung ist endlich fertig. 16,4 Mio. Euro wurden u. a. in einen neuen Anstrich, eine neue Elektrik, diverse Stahlarbeiten und diverse Maßnahmen investiert. 1,25 Mio. Euro hat man selbst investiert, der Rest sind Fördermittel. Nach Aussagen von Fachleuten sollen in den kommenden 30 Jahren keine größeren Maßnahmen mehr nötig sein.

Die erste Schau im neuen Kleid befasst sich mit der Erde, unserem Heimatplaneten, der so sehr unter der Menschheit leidet. Die Ausbeutung der Ressourcen schreitet ohne Ende statt, während sich der Mensch immer weiter ausbreitet. Das Gleichgewicht zwischen Menschen, Tieren und Pflanzen ist schon lange gestört. Die hausgemachten Naturkatastrophen kommen uns sogar in Deutschland immer näher.

Aktueller kann eine Ausstellung kaum sein. Die Erde war mal ein Paradies. Einige der 180 Fotos und Filme belegen das durchaus. Man sieht fruchtbare Landschaften, schillernd farbige Tiere oder eine intakte Natur, in der die Nahrungskette noch funktioniert. Beeindruckende Fotos internationaler Fotografen, die zum Teil preisgekrönt sind, zeigen die letzten Lebensmomente einiger Tiere, ehe der Räuber sie erwischt. Wundersame Pflanzen wachsen in ebenso spannenden Landschaften. Eine Schlange bewegt sich durch den Wüstensand und Frösche laichen im Teich. Man hat rund 50.000 Fotos gesichtet.

Wie zerbrechlich dieser Planet ist, das wird sehr deutlich dokumentiert. Der Regenwald wird für das Palmöl gerodet und unwiederbringlich zerstört. Das Eis an den Polkappen wird in ein paar Jahrzehnten nicht mehr existieren. Gletscher schmelzen und giftiger Müll wird einfach in der Natur entsorgt. Wilde Tiere kommen der Bevölkerung immer näher und damit in die Quere. Stürme und Waldbrände nehmen an Intensität zu. Die Ölindustrie hält mit riesigen Standorten den Glauben an fossile Brennstoffe wach. Es sind klasse Fotos. Ein Känguru steht mitten im australischen Waldbrandgebiet, während eine australische Polizistin einen vom Feuer verletzen Koala in ihrem Auto auf den Schoß nimmt, Motive die berühren. Störche suchen Nahrung auf einer Müllkippe und eine Schildkröte verheddert sich in einem alten Fischernetz. Es sind aber nicht nur die sehr gut ausgewählten Fotos, sondern auch die Geschichten und Informationen dazu. Wer möchte, der kann sogar mit einer VR-Brille in die Sichtweise einiger Tiere im brasilianischen Regenwald eintauchen.

Man schaut jedoch nicht nur düster in die Zukunft. Es gibt hoffnungsvolle Projekte zur Rettung der Natur. Manch ein Nationalpark-Ranger, der Wilderer an ihrer brutalen Arbeit hindert, bezahlt seinen Einsatz jedoch mit dem Leben. Auch das wird gezeigt. Die Spanne der Motive reicht bis hin zu moderner Architektur, die heutzutage schon ziemlich grün ist. Natur am Bau ist im Kommen.

Ein wichtiges Objekt der Ausstellung ist, neben zwei versteinerten Dino-Eiern und einem Abguss einer Kinderleiche aus Pompeji, die animierte Erde im 100 m hohen Oberraum. 20 m misst sie im Durchmesser. Dabei hat man einen besonders hochwertigen Untergrund gewählt, der extrem brillante Farben und Darstellungsmöglichkeiten zulässt. Die Erde präsentiert sich nicht nur im Tag- und Nachtmodus. Aus zahlreichen Datensätzen von mehreren Satelliten kann man mit Hochleistungsbeamern Flugzeug- und Schiffsbewegungen, sowie Stürme oder die urzeitliche Entwicklung von Kontinenten darstellen, optische Reliefs inklusive. Die gezeigten Phänomene werden auf Bildschirmen im Umlauf erklärt. Es lohnt sich auf jeden Fall, einmal die Erde zu umkreisen, wie ein Astronaut. Ein animierter Zyklus dauert 15 Minuten. Der österreichische Komponist Rupert Huber hat vor Ort den sehr passenden Soundtrack komponiert, was wegen des mehrfachen Schalls eine große Herausforderung war. Ergänzend dokumentieren 20 kleine Globen auf er ersten Etage weitere Probleme unseres Planeten.

Hauptsponsor ist die Emschergenossenschaft, die gerade erst ihren 5,5 Mrd. Euro teuren Umbau der Emscher so gut wie abgeschlossen hat. Ein originales Kanalrohr der Emscher steht vor dem Gasometer.

Für Besucher bestehen aktuell keine Hygieneauflagen. Üppige 7.000 qm bieten ausreichend Platz für alle. Ein Rahmenprogramm zur Ausstellung ist für 2022 geplant. Ein Katalog ist im Gasometer erhältlich.

Laufzeit: 1. Oktober 2021 bis 30. Dezember 2022

www.gasometer.de