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Ausstellung 'Beyond Emscher' auf Zollverein
„Beyond Emscher“ lautet der Titel einer sehr sehenswerten Fotoausstellung in der Mischanlage der Kokerei auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein. Es dreht sich um die einstige Köttelbecke der Region, die Emscher. Fotografisch festgehalten wurden von ausgesuchten Fotografen und Fotografinnen der ökologisch aufgewertete Zustand, die Entwicklung und das Leben drumherum.

Das paradoxe an dieser Ausstellung ist, dass man das Objekt der Ausstellung kaum im Bild sieht. Die im Rahmen des Projekts „emscherbilder“ von einer Fachjury ausgewählten FotokünstlerInnen durften sich im Umfeld der Emscher umsehen. Die groben Vorgaben sollen nicht überschritten werden. Auf gar keinen Fall sollten es Baustellenfotos des Emscherumbaus sein, die man bei der Emschergenossenschaft reichlich hat. Die große Kunst der Beobachtung war gefragt. Alle 16 fotografische Positionen haben alle einen anderen Schwerpunkt, die den Tranformationsprozess darstellen. Rund 5,5 Milliarden Euro wurden von der Emschergenossenschaft in die ökologische Aufwertung investiert.

Was man sieht, das sind Menschen, Orte und teilweise auch Geschichten, die mit der Emscher eng in Verbindung stehen. Man blickt in die erste Reihe der Villan am Phoenixsee, Wohnen für betuchte Menschen in recht kühler Wohnatmosphäre. Die normalen Bewohner von Dortmund-Hörde kommen allerdings auch per Foto zu Wort. Die Menschen aus der Caubstraße in Gelsenkirchen-Nord gehören ebenso zum Umfeld der Emscher. Ihr Stadtteil befindet sich zwischen der A42 und Bahngleisen, nicht unbedingt das bevorzugte Wohngebiet. Motive findet man auch aus Bottrop-Ebel und Duisburg-Bruckhausen. Ein weiterer Aspekt ist die Landwirtschaft an der Emscher. Es gibt sie tatsächlich. Die Ziegen steigen durch die Büsche und Schweine muss man nicht suchen. Die Idylle mit weiden Pferden muss man nur ein wenig suchen. Polnische Arbeiter auf einer Baustelle der Emschergenossenschaft entdeckt man in ihren einfachen Wohnquartieren im Ruhrgebiet und in ihren schicken Häusern in ihrer Heimat. Die renaturierte Emscher hat man im Blick. Ausgewählte Pflanzen werden beschrieben und vor Farbtafeln in Szene gesetzt. Die raue Schönheit der Region ist immer wieder zu entdecken. Es sind keine touristischen Fotos, sondern das Wahre, das uns an fast jeder Straßenecke begegnet. Die Spiegelungen der Wasseroberfläche in all ihren Facetten wirken sehr künstlerisch eingefangen. Die fotografischen Positionen und außergewöhnlichen Blickwinkel überraschen immer wieder.

Insgesamt umfasst die Ausstellung rund 1.100 Fotos auf zwei Ebenen. Die architektonisch wunderbare Mischanlage zählt zu den beiden schönsten Ausstellungsräumen in der Region überhaupt, neben dem Gasometer Oberhausen. Schon allein deswegen lohnt hier ein Besuch.

Zur Ausstellung ist im Wienand Verlag ein sehr schönes Buch erschienen, welches vor Ort erhältlich ist.

Laufzeit: 12. Mai bis 6. November 2022

www.zollverein.de