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'Essen Motor Show' 2021 in der Messe Essen
Mit rund 400 Ausstellern ist die sehr sehenswerte „Essen Motor Show“ 2021 in acht Hallen gestartet. Es gibt jede Menge Spannendes zu entdecken. Die Branche ist wieder hungrig nach ordentlich PS, extravaganten Designs und neuen Innovationen. Etwa 100.000 BesucherInnen werden erwartet.

Man ist relativ gut durch die Pandemie gekommen. Es ist ein Milliardenmarkt. Die Umsätze sind stabil, jedoch muss man sich vielen Fragen stellen, die durch neue Antriebe im Raum stehen. Lässt sich ein E-Auto ebenso cool tunen wie ein herkömmlicher Verbrenner? Wird der Wasserstoff-Antrieb eine größere Rolle spielen? In der Branche fährt man aktuell mehrgleisig. Niemand kann die Entwicklung vorhersagen. Man ist sich jedoch sehr sicher, dass der Verbrenner-Motor nicht aussterben wird. Die Freunde des PS-starken Sounds werden schon dafür sorgen. Trotzdem ist der E-Antrieb langsam auf dem Vormarsch. Rein optisch lässt auch hier viel tunen, ob Felgen oder andere Bauteile. Nur im Motorbereich sieht man Grenzen. Spitzengeschwindigkeiten von 200 km/h oder mehr lassen aktuell noch die Reichweiten der Batterien merklich schrumpfen. Die Kenner gehen von deutlich reduzierten Höchstgeschwindigkeiten bei E-Autos aus. Die Diskussion über ein Tempolimit wird sich also technisch bedingt sowieso verändern. Der E-Antrieb soll allerdings auch im LKW-Bereich forciert kommen, für kurze Strecken. Außerdem ist die Umrüstung von Oldtimern auf elektrische Motoren beliebt. Es tut sich viel und niemand kennt momentan die genaue Richtung. Man muss die sich verändernde Zielgruppe der jungen Tuner im Auge haben und entsprechend reagieren, auch was öffentliches Auftreten im Web und besonders im Social Media betrifft, muss verstärkt Emotionen liefern und individuelle Angebote schaffen. Vieles ist im Wandel.

Noch jedenfalls regieren die PS-starken Boliden. Der Toyota GR Yaris mit Straßenzulassung schafft mit 291 PS stolze 265 km/h, sehr ordentlich für einen Kleinwagen. Im Gespräch mit dem Designer merkte man, dass er das Interieur modern, aber nicht zu futuristisch entworfen hat. Digitales mischt sich sehr gut mit klassischen Elementen. Dabei hat die Schaltung schöne kurze Wege. Die Frontpartie wirkt bewusst eckig und aggressiv, ganz entgegen dem Trend der E-Modelle. Aktuell ist die Nachfrage groß und die Wartezeiten relativ lang. Als reines E-Auto ist der Hyundai Ioniq 5 für 59.000 Euro zu haben. Er erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 185 km/h und wird mit einer Reichweite von 451 km angegeben. Innen sitzt es sich in diesem Familienauto komfortabel, ein komplett digitales Armaturenbrett inklusive. Bei Sitzen ist neuerdings veganes Leder im Trend. Für echte Autofreaks hat die Firma Recaro übrigens ihre Autositze auch als Drehstühle fürs Büro im Angebot, ab 1.200 Euro zu haben.

Motorsport ist auch so ein Thema, das diese Messe bestimmt. Bein ADAC ist man sich sicher, dass die zukünftigen Entwicklungen, die in 15 Jahren Fakt sein werden, schon nächstes Jahr auf den Weg gebracht werden. In den Hallen findet man zahlreiche ehemalige Rennsportboliden der Formel 1 oder anderer Rennsportklassen. Der Nürburgring oder Hockenheimring sind mit Ständen vertreten. Eine Besonderheit ist die Firma Melkus mit ihrem ehemaligen DDR-Rennwagen, der heute noch mit Straßenzulassung gebaut wird. Die Standardversion hat 75 PS. Man sitzt extrem tief, während der laute Sound und der Duft der Abgase markante Merkmale sind.

Natürlich kann man wieder Sonderschauen erleben. Die „World of Motorsport“ präsentiert Boliden aus mehreren Jahrzehnten nebeneinander. Alle haben ihre Geschichte. Ähnlich sieht es bei der SIHA-Sonderschau aus. Hier findet man sehr exquisite Modelle mit Rennsportcharakter, darunter ein Koenigsegg Regera mit 1.509 PS, ein Jaguar E-Type, ein Ford GT oder Ford Capri RS 3100. Ein Bereich widmet sich Fahrzeugen aus Filmen. Rund 250 hochwertige und gut erhaltene Gebrauchte stehen auf der Messe zum Verkauf, egal ob der Fiat 500, die Marken Ferrari, Porsche, Mercedes oder auch exotische Fahrzeuge.

Ordentlich PS haben zwei ausgefallene Modelle. Die Bundeswehr ist mit einer Panzerhaubitze 2000 vertreten. Mit 1.000 l Diesel im Tank kommt sie im Gelände 430 km weit. 51 t Leergewicht, bzw. voll beladene 57 t Gewicht sind eine unübersehbare Masse. Ein Geschütz wiegt knapp 50 kg. Mit 1.000 PS schafft man max. 60 km/h. Allerdings passt sie nicht in deutsche Transall, nur in die Antonow. Die Russen müssten notfalls aushelfen. Beim Traktor-Pulling präsentiert man sogar zwei eingebaute Flugzeugmotoren mit zusammen 5.600 PS, fahrbar ab 16 Jahren. Über den Verbrauch denkt man lieber nicht nach.

Fest steht, dass das individuelle Auto als solches aktuell wichtiger denn je ist. Während der Pandemie befindet man sich relativ sicher in einer kleinen Zelle, um von A nach B zu kommen, im Gegensatz zum ÖPNV.

Egal was Motorsport und Tuning hergeben, vom Foliendesign, über Soundsysteme bis hin zu Auspuffanlagen, hier findet alles rund um Autos, Pferdestärken und Tuning. Das Durchschnittsalter der überwiegend männlichen Besucher liegt bei etwa 30 Jahren.

Laufzeit: 26. November bis 5. Dezember 2021

Infos und Fotos zum Abschlussbericht
www.essen-motorshow.de