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Ausstellung 'Unveröffentlicht - Die Comicszene packt aus' in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
In der sehr schönen Ausstellung 'Unveröffentlicht - Die Comicszene packt aus' zeigt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen aus verschiedenen Gründen nicht veröffentlichte Comics von über 50 Comiczeichnern.

Los geht es im Jahre 1908, mit einer Bildergeschichte von Wilhelm Busch, tatsächlich im Original. Es ist eines der wertvollsten Objekte der Ausstellung. In Erdgeschoss wird wie immer ein Überblick über die Entwicklung gegeben. Die Zeichenstile sind alle grundverschieden, von stark reduziert bis sehr detailliert, von Bleistiftzeichnungen bis hin zu kolorierten Zeichnungen. Sogar aquarellierte Arbeiten sind dabei. Die Arbeitsweisen unterscheiden sich ebenfalls. Hier und da sieht man noch, wie Sprechblasen mit neuen Dialogen einfach überklebt worden sind. Dabei wurden die ersten Protagonisten gar nicht richtig gewürdigt. In der Nazi-Zeit hatten Comiczeichner große Probleme. Trotz gibt es in der Ausstellung Beispiele aus den 1930er Jahren, echte Raritäten. Andere Arbeiten wirken eher wie Wimmelbilder oder märchenhafte Darstellungen. Das Genre Graphic Novel spielt eine wichtige Rolle.

Inhaltlich ist die Spannbreite enorm. Von wahren Horrorgestalten, über die Nibelungen-Sage, die wunderbar illustrierten Buddenbrooks, Fantasy, Manga, Tiergeschichten, Hitler, den Faust, einen Frauenmörder, Feminismus, bis hin zu harten sexuellen Darstellungen ist jede Menge dabei. Das Spektrum ist sehr reichhaltig, so umfassend wie die Interessen der Comic-Leser.

Warum aber sind diese Arbeiten unveröffentlicht? Manche wurden nicht zu Ende gezeichnet oder wurden von Verlegern abgelehnt, weil das Thema zu schwierig war. Bei den Buddenbrooks haben die Erben der Manns kein Recht auf Veröffentlichung erteilt. Ein paar sind Abschlussarbeiten an der Hochschule. Manchmal war das Gezeigte auch einfach zu hart und brutal, dass es einen breiten Markt finden würde. Es gab aber auch den Fall, dass das Zeitungsmedium, in den die Comics erschienen, Konkurs anmelden musste. Echte Herzensangelegenheiten der Zeichner sind ebenfalls dabei. Es ist spannend, was in der Schubladen der Comic-Zeichner noch alles verborgen blieb, obwohl viele Arbeiten in der Mülltonne landeten. Diese Ausstellung ist eine sehr gute Idee.

Ein schönes Buch ist zur Ausstellung erschienen und vor Ort erhältlich.

Laufzeit: 3. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022

www.ludwiggalerie.de