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ComedyArts Festival 2022 in Moers - Tag 2
Der ComedyArts-Freitag versprach in Moers eine Mischung aus bekanntem Konzept und neuen Einflüssen, die durchaus aufging. Das Festival geht mit der Zeit.

Carsten Weiss, als künstlerischer Leiter, und die in Moers bestens bekannte kaufmännische Leitung, Wenke Seidel, scheinen ein gut funktionierendes Doppel zu bilden. Man scheint auf einer Wellenlänge zu funken und ist offen für neue Wege. Es gibt neue, zusätzliche Sponsoren und sogar 150.000 Euro Fördergelder für die nächsten drei Jahre. So kann man, finanziell gepolstert, auch mal ein mutiges Programm planen, mit Nachwuchskünstlern und neuen Ideen.

Der Festival-Freitag begann eher namhaft. Ulan & Bator sind gestandene Künstler. Humor ist allerdings Geschmackssache. Ihrer ist ziemlich skurril. Sie mimen mit rutschenden Stühlen ein klassisches Orchester oder tanzen den Rudolf Nurejew. Als schräge Wortakrobaten stehen sie auf der Bühne. Wer es mochte, der hatte Spaß.

Was folgte war eine neue Art der Komik bei diesem Festival. Der Schwabe Micha Marx ist studierter Grafik-Designer, der sein Geld mit Kritzel-Komik verdient. Er nimmt den normalen Alltag als Thema und macht daraus humorvolle Zeichnungen, die er per Beamer auf eine Leinwand wirft und dabei trocken kommentiert. So entdeckte man Hamster, den immer wiederkehrenden Westwind, den so beliebten Steingarten vor dem Haus oder Produkte für den steigenden Meeresspiegel. Diese Art von Humor ist relativ neu, aber gut. Ihm wurde deshalb auch nicht zu Unrecht der NRZ-Förderpreis verliehen. Es folgte ihm direkt Piero Masztalerz. Auch er arbeitet mit Beamer und Leinwand. Seine humoristische Spezialität sind allerdings animierte Märchen, die er frei Schnauze ummodelt. Statt dem großen Fressen gibt es bei Rotkäppchens Großmutter eine tolle Party, samt dem Wolf als Gast. Das ist für Kinder vielleicht sogar das pädagogisch wertvollere Ende.

Das Finale war richtig gut. Die spanische Gruppe „The Primitals“ war zu Gast. Weltweit sind sind sie mit einem Programm sehr erfolgreich unterwegs, das eine besondere Mischung aus A Capella-Gesang, Musical und Comedy ist. Dabei die wilde Maskerade nur Show. Sie sind ganz lieb. Inhaltlich ging um einen Kampf um den Thron sowie eine Krönung, bei der eine Zuschauerin zur Queen wurde. Neben der tollen Darstellung brillierten sie durch ihren Gesang. Alle Töne kamen aus ihren Kehlen, immer in ihrem eigenen Arrangement. Ganz hervorragende Sänger! Zu hören waren Live-Darbietungen von so bekannten Hits wie „Sweet dreams“, Highway to hell“, „Stairway to heaven“, „Creep“ oder als Höhepunkt zum Schluss „Nessun dorma“ aus Turandot. Wow! Einer der klasse Jungs ist tatsächlich studierter Opernsänger. Der Rest stimmte gekonnt als Chor ein. Der Mix passte hervorragend. Guter Humor ist Sprachen übergreifend.

Durch das Programm führte Don Clarke, ein 66jähriger Brite mit Wohnsitz in Hamburg. Seit 44 Jahren lebt er in Deutschland. Trotzdem hört man noch deutlich, wo er ursprünglich herkommt. Auf der Bühne verdient er nach eigener Aussage mit Nichts sein Geld. Stimmt! Man weiß nun, dass er 35 kg abgenommen und mit 61 noch einmal Nachwuchs bekommen hat. Mit dem deutschen „ei“ und „ie“ hat er so seine Probleme, was hier zu Missverständnissen führen kann. Viel mehr hatte er inhaltlich nicht zu sagen, war aber in überleitender Funktion durchaus ganz humorvoll.

Ein großer dank gilt den Machern und den 40 Ehrenamtlichen, ohne die dieses Festival nicht zu stemmen wäre.

Datum: 16. September 2022

Infos und Fotos zum Tag 1
comedyarts.de